Band 
Volumen VIII. Pars I.
Seite
441
JPEG-Download
 

Judicium matris Kepleri.

441

E. F. Gn. mich vnd meine höchst angefochtene verhaßte Mutter zugnädiger gewehrung in einem vnd anderem, gehorsamlich empfehlendE. F. Gn.

Vnderthäniger vnd gehorsamer

Johan Keppler

Inscr. ut supra. Mathematicus.

Johann Kepplers Mathematici vnderthänigesfleheuliches supplicirn.

Adscriptum: Dem Vogt zu Löwenberg zuschreiben, was supplicant vnderth. ge-hetten, darauff seye der Befelch, Er solle die Verordnung thun, dass dess supplican-ten Muoter von Ihrem Vermögen vnd güttern die notturfl't zu Ihrer Vnderhaltung, vnddass Sie den Stattschreiber vmb aussfertigung der Actorum befridigen möge, auchwass ferners zu aussyebung dess process erfordert wiirdt, gevolgt werde.

2do dem Gabelkhoßer ein Decret zu ertheilen, die Sachen der Verhaßten Kepp-lerin process betreffendt, so vil möglich zu befördern. (Vide infra p. 447.)

3tio dem Vogt zu Güglingen zuschreiben, demnach der Verhafftin KepplerinSohn vnderthenig angesucht vnd gebetten, zu Verhüettung grösseren Vncostens seinerMueter allein Einen Ilüetter beyzuordnen, alss lasse man es gleichwol geschehen, w r a-fern sie anderst hievor befohlner massen versichert, dass Ihr allein ein hüetter zu-gegeben werde etc.

In Cons. 11. 9bris. 1620.

Literae ad praefectos Leobergensem etGüglingensem subscriptae sunt: Christophv. Engelshoven. Sebastian Faber.

Praefectus Aulber d. 10. Oct. 1620 consilio supremo nunciat, Kepleriam et scriptaad rem juridicam pertinentia sibi tradita esse , et quamvis accusationem veram esse extestium testimoniis satis superque appareat, tamen ratum sc habere, novam exspec-tare instructionem, cum quia pars testium jam ante 3 annos detulerit, tura quia accu-sata ex examinatione testium rei nullitatem deducere velit, hisque addit: „Wie ichberichtet, soll sie Beclagtin alberait zu Tübingen vnd andern Orthen zwen Doctoresgebrauchen, desswegen Ich ohne fernere Information vnd ohne Gebrauchung einesRechtzgelehrthen in disser Sachen nit wohl procediren khan. Alss gelangt an E. F. G.mein vnderthenig Pitten, die wollen D. Weyhenmayern zue Löwenberg, welcher, wieich berichtet worden, in der Beclagtin hievoriger Civil sach wider sie gedientt, dan-nenhero ihme alle Sachen am besten bekhandt, auch damit hierinnen, weil disse Ver-hafftin hin vnd wider von jungen vnd alten Persohnen hefftig verschrait, vnd allerlayvngleiche Reden bey dem gemeinen Mann verhüettet werdt, mir endtweder gnedigadjungiren, oder aber dass ich mich bei ihme Rahts pflegen möchte, gnedig gestatten.(Eadem repetit Aulber d. 28. Oct.)

Praefectum Aulberum adiisse privatis literis secretarium consilii Stuttgartiensis,ex hac apparet responsione, data d. 30. Octobris:

Ehrenvester, Insonders vertrawter Herr Bruder. Demselben fliege Ich nebenhöchster Dancksagung dess zugeschickhten gruesses, dessen warlich nur mehr alsszuvil, zuvernemmen, dass peraits diser tagen die Acta, die Verhaßte Kepplerin be-treßendt, D. Matthaeo Hillern. Cantzley Advocaten, die sach advocando zu vertretten,vnd die notdurßt darauß zuverhandlen, per Decretum vßerlegt worden, also zuer-wartten, biss er die notdurßt verfasst vnd in dem Obern Rath eingibt, alssdan demIlern Brüdern fernerer befelch zukhommen^wördt.

Des H. Bruders dinstwilligst geflissenerallzeit Wolßgang Bonackher Secretari.

Ad decreta Stuttgartiensia de Kepleria custodienda haec respondit praefectus:Vß E. F. Gn. vnderschidliche abgangne Bevelch gib E. F. Gn. Ich gehorsamlichenzuvernemmen, das sich der Stättknecht dessen zum höchsten beschwehrt, mit fürgeben,das Er kleine ohnerzogne Khinder, darzu ein schlecht Häusslin, also da ers müesstealso vßhaltten, er vsser seinem aignen Häusslin ziehen müesste, welches Ime dan nie-mandts rathen würde. Dessw'egen Ich bedacht gewesen, weil es nit wmhl änderet ge-legenheit albie hat, solches E. F. G. widerumben vnderthönig zuberichten. Nachdemaber Ihr Verhaßtin Sohn Johann Keppler vihlfelttig angehaltten, Sie an andern orttenalso verwahrlich vßzuhaltten, das man Irer gesichert sein möge, alss ist Sie vß dasalhirige Thorhäusslin an ein Eyssin Bandt gelegt, der Vrsachen halber, weil dises ein