1620 .
877
esse quaestionem. Ego vero e contra non de stellis, sed de Lunae parallaxi quae,rendum existimaram. Ea enim mihi (ut pace tua dicam) non parum suspecta est. . . .Quae in epistolae tuae ad Schickardum calce addis de judicio meo de nova calculiforma (de logarithmis), id ita habet, quemadmodum me respondisse memini; multa pro-posuisti per literas, sed diagramma non fuit appositum, ego vero ex nudis literis dia-gramma conficere non potui nec adhuc possum, ideo judicium ferre non possum. —Ea quae praeterea Maestlinus subjunxit de logarithmis, sicut responsionem Kepleri,datam d. 12. Aprilis, in qua Maestlino rationem et usum logarithmorum explanarestudet, exhibuimus vol. III. p. 6,6 ss.
Epistolae, quas per annos 1616 in 1621. Keplerus ad magistratus Württem-bergicos de re forensi matris dedit, leguntur in fasciculo, quem inscripsimus Judi-cium matris Kepleri.
In bibliotheca Viennensi hanc deprehendimus Kepleri epistolam ad SenatumNoribergensem vel potius Ratisbonensem (v. infra).
Edle, Veste etc. demnach ich von diser Zeit hero, als E. V. W. vndGunsten mittels etliche nach Prag an den kays. Hoff abgeordnete oder son-sten bey denen Bediente mich alda, wie auch hernacher anno 1616 auff demReichstag khenen gelehrnet, vnd mier zu mehrmahlen grossgiinstig zuege-sprochen, in meiner astronomischen profession, darzue ich von beyden jüngstabgeleibten Kaysern bestelt wardt, die Sachen vmb ein guetes weitter gebracht,dann vnsern Vorfahrern bekhand gewest, inmassen aus meinem neulichst inTruckh verfertigten werckh Harmonice Mundi gnuegsamer augenscheinfürhanden: dahero zu hoffen, das sollichs ein werckh seyn werde, das auf dienachkhommen gebracht vnd perpetuirt werden solle: inmittels aber vnd an-jetzo auss Gottes verhengnuss schwere Kriegsläufte eingefallen, vnd nochmehrere für der Thür, durch welche nicht allein alle Gewerbe gehintert, vnddas Bücherkhauffen bey manchem privato eingestellet würt, sondern auch dieauthores, scribenten vnd dero gantze werckhe, vnangesehen sie in Truckhgebracht, in Gefahr stehen, sonderlich wan es dergleichen Materien seind, diesonsten nit jedermans Verstand oder erlustigung bequemlich: alss habe ichvmb der Ehre Gottes willen, die durch entdeckhung seiner werckhe in meinemBuech gefürtert wirt, für guet geachtet, von demselbigen werckh ein Exem-plar auff Schreibpapier bey E. V. \V. vnd Günstcn, als in einer ansehnlichenvhralten des H. Rom. Reichs Statt Bibliothec vnterzuebringen vnd gleichsamzue deponirn. Diss vmb so vil desto mehr, weil es am tag, dass E. V. W.vnd Günsten sich vmb guete Kluinsten hoch rüemlich annehmen, mit hoch-gelehrten Leüthen sich versehen, vnd sonderlich diser Zeit solche haben, dieda zue Ablesung vnd vrtheilung dises werckhs neben andern sehr wenigennit ybel qualificirt seindt.
Gelangt hierauff an E. etc. mein vnderdenstlich bitten, die wellen dissmein wohl gemeint fürhaben mit hohen Günsten erkhennen, vnd dem hiermitvnderdenstlich praesentirten Exemplar ein stell in der Bibliothec vergünnen,auch dero gelehrten anbefehlen, dass sie yber Verbesserung vnd erweitterungder so ansehnlichen Materien mir ihre guetachten ertheilen wollen. Das ge-reicht zur Ehre Gottes des Schöpfers, zur mehrern dessen erkhentnus aussdem Buch der Natur, zu besserung des menschlichen lebens, zu Vermehrungsehnlicher Begiert der Harmonien im gemeinen Wesen, bey jetziger schmerz-lich ybel klingenden dissonantz, vnd entlieh auch zue E. etc. gebührlichenruehm, zue dessen erweitterung ich mich jederzeit danckhbarlich geflissen zueseyn schuldig erkheune.
\