Band 
Volumen VIII. Pars II.
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publica zu vrtheylen, auss denen Dingen, die bey ihnen zu Friedenszeiten oder etwain einem Partikular Krieg fürgelauffen: vnd derohalben diese vorhabende Historiavon dem inhaimischen Krieg, den sie vnder einander geführt, gantz nützlich, alleEygenschafften ihrer Repuhlica zuverstehen.“

Haec sequitur duabus paginis „Inhalt der nachfolgenden Histori, vnd Verglei-chung deroselben mit den Jüdischen Geschichten: auss dem 4. Buch Josephi, dessJüdischen Geschichtschreibers, von der Römer Krieg wider die Juden, am 26. Kapitel“.

Sequentes 18 paginae exhibent „dess fürtrefflichen Griechischen PhilosophiPlutarchi von Cheronea Historische Beschreibung, wie Kayser Nero vmbs Lebenkommen vnnd Sergius Galba an sein statt Kayser worden. Zu Ergänzung vnnd bes-sern Verstandt der nachfolgenden sehr kunstreichen Historien dess edlen RömersCornelii Taciti auss dem Griechischen ins Teutsche vbersetzt.

Versionis libri I. (a pagina 31 in pag. 88; forma libri est ea, quam dicunt quartamminorem) specimen exhibemus caput primum: Diese Histori wil ich anfahen von demJahr, da Sergius Galba zum andernmal, vnd T. Vinius Rathmeistere gewest (Vnsererheutigen Jahrzahl im 69sten, nach Christi Himmelfahrt im 39sten)*) dann was sichvor diesem, nach dem Jahr 720 von Erbawung» der Statt zugetragen, ist von vielenbeschrieben, welche dess Rom. Volcks Geschichten noch ohne Scliew vnnd mit son-derer Zierde haben erzehlen können. Nach der Meerschlacht bey Actio (zwischenden zwayen Obmaunen dess Röm. Reichs Octavio vnnd Antonio, deren jener die Oc-cidentalische, dieser die Orientalische Macht an sich gezogen gehabt) als die RömischeMacht an ein ainigen Hern (Octavium Caesarem, hernach Augustum) kommen, ohnwelches Mittel dann der Frieden nicht wol hat können widerbracht werden, da habensolche fürtreffliche Köpffe sich dieser Arbeit entschlagen. Die gründliche Warheitist gleich damit auff viel Weg vertuschet worden, dann erstlich haben sich die ge-meinen Scribenten nichts auff das Regiment verstanden, weiln sie daran keinen Theylmehr gehabt, bald haben sie ein böse Art an sich genommen, einer den Regenten inallem gehofieret, der ander seinen Neyd wider die Herrschafft mitlauffen lassen. Hiemithat weder ainer noch der ander auff die Nachkommen gesehen, vnd die Warheit schrei-ben können, dieser durch Feindschafft, jener durch Gutthatten gefesselt vnd verblendet.

Es kann sich zwar der Leser wohl verwahren (adverseris) vnd nit zu baldglauben, wann etwas der Herrschafft zu Gefallen geschrieben worden. Aber wo derScribent dem Neyd nachgehenget, vnnd vngiitlieh berichtet, da ist man gemainiglichall zu bald gläubig. Dann wer grossen Herren vngegründte Sachen zu Gefallen schreibet,der gibt sich schuldig einer Sclavischen Vnarth, damit er sich feindselig macht. Weraber gewohnt ist, vbel zu deutten, der macht jme einen annemmlichen falschen Schein,als geschehe es auss Lieb der Freyhait, vnd der Warheit zu stewr.

Mich belangend, hab ich von den 3 Kaysern, Galba, Othone, Vitellio, von denenich schreiben werde, weder gutes noch böses empfangen. Das kan ich nicht laugnen,dass Kayser Vespasianus mir einen Eingang gemacht zu meinen Ehren, Kayser Titusdieselbige vermehrt, Kayser Domitianus mich noch höher erhoben. Weil ich abermenniglichen mich zu der vnverfälscheten Warheit versprochen, wil ichs auch halten,vnd keinem nichts zu lieb oder zu leyd schreiben. So ich dann das Leben habenwerde, wil ich dess Kaysers Nervae vnd Kaysers Trajani Regierung in mein Altergespart haben, ein weitläuffigere vnd mehr sichere Histori: dann dieser Zeit Wol-standt hat wenig seines gleichen gehabt, da einer seines Gefallens von einer jeden Thathalten vnnd vrtheylen, auch seines haltens oder gutdunckens davon schreiben mögen. —

*) Aida zu mercken, wann etwas mit zwayen Einschlüssen ( ) oder [ ] vmbfangen,dass solches eiutweder dess Dolmetschers correctio textus, oder eine Erklärung, oder ein Zu-satz auss Plutarcho, vnd nicht dess Taciti eygner Text seye,