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Botanischer Bilder-Atlas nach De Candolle's natürlichem Pflanzensystem : mit über 500 naturgetreuen Pflanzenbildern auf 85 fein kolorierten Tafeln und erläuterndem Text / von Carl Hoffmann
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III
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Einleitung.

III

Ferrum (Fe.); 7) Man gan (Ma.); 8) Zink (Zn.);

9) Kupfer, Cuprum (Cu.).

Die eben genannten metallischen (anorganischen)Elemente des Pflanzenreichs finden sich nur seltenund in geringer Menge in den Pflanzen; fast immeraber in der Gestalt von Salzen, d. h. als Verbin-dungen ihrer Oxyde mit organischen oder anorganischenS änr en.

Die wichtigsten: Kalium, Natrium, Calcium,kommen nicht frei in der Natur vor und auch ihre Oxyde,Kalt, Natron und Kalk, sind wegen ihrer großenVerwandtschaft mit den Säuren immer nur als Salz eanzutreffen: der Kalk als kohlen-, Phosphor- und schwe-felsaurer Kalk; das Natron als kohlensaures (Soda)oder salzsaures (Kochsalz) oder als schwefelsaures Natron(Glaubersalz); das Kali als kohlensaures (Pottasche) odersalpetersaures Kali (Salpeter).

Die nichtmetallischen (organischen) Elementedes Pflanzenreichs sind von unendlich größerer Bedeutungals die metallischen; am meisten kommen von ihnen vor:der Sauerstoff, der Kohlenstoff, der Wasserstoffund der Stickstoff. Diese vier finden sich in allenGewächsen und bilden bei weitem die Hauptmasse allerorganischen Körper überhaupt; sie verbinden sich in un-begrenzter Weise nicht nur miteinander, sondern auch mitvielen anderen, auch unorganischen Stoffen, so daß dieAnzahl ihrer Mischungen ins Unendliche geht. Man be-zeichnet sie ihrer großen Wichtigkeit wegen auch im all-gemeinen als: die vier organischen Elemente oderOrganogene.

1) Der Sauerstoff, das Sauerstoffgas, Oxygen(Säureerzeuger).

Ein luftförmiges, färb-, geruch- und geschmacklosesElement, welches einen Hauptteil der atmosphärischen Luftlein Fünftel) und des Wassers bildet, und wegen seinerVerwandtschaft zu fast allen übrigen Elementen auch inso vielen andern Körpern angetroffen wird, daß es einvolles Dritteil des Materials zum Aufbau unsrer Erde,sowie der Existenz ihrer Geschöpfe ausmacht; es ist etwasschwerer als die atmosphärische Luft.

Sein Sichverbinden mit andern Körpern (Eisen, Kupfer,Mangan, Zink) nennt man Oxydieren (daher Eisen-oxyd, Zinkoxyd u. s. w.), das Erzeugnis dieser Verbin-dungen Oxyd. Die Oxyde sind von zweierlei Art, saureund nichtsaure; erstere nennt man Säuren, letztereBasen; beide sind nahe verwandt und verbinden sich zuden sogenannten Salzen.

Jede Oxydation ist von Wärmeentwicklung (Ver-brennung mit oder ohne sichtbare sLichtentwicklungj jFlamme) begleitet; die unvollständige Verbrennung *geschieht ohne sichtbare Flamme und heißt Verkohlung.Beim rostenden Eisen findet ebenso, wie beim Verbrennendes Holzes, Oxydation statt, und das Atmen durchunsere Lungen ist ebenfalls ein Verbrennen, weshalbdenn auch Liebig den menschlichen Körper mit einemOfen vergleicht.

Alle Verbrennungs-, Verwesungs-, Verwitterungs-,Fäulnis- und Gährungserscheinungen sind Wirkungen des jmit einem anderen Elemente sich verbindenden Sauerstoffs. !

Diese Wirkungen zeigen sich je nach den verschiedenen Ver-hältnissen schneller oder langsamer: ganz dieselbe Wärmeentwickelt sich beim schnellen Verbrennen des Holzesdurch Feuer, wie bei dem langsamen Verwesen des! Holzes, im ersteren Falle schnell und vorübergehend, ini letzterem unmerklich bei jahrelanger Dauer.

! Der mit Kohlenstoff verbundene Sauerstoff heißtKohlensäure, der mit Wasserstoff verbundene Was-ser, mit Schwefel Schwefelsäure, mit StickstoffSalpetersäure, mit Calcium Kalk, mit Mag-j nesium Magnesia u. s. w.

Die hohe Wichtigkeit des Sauerstoffs für die Pflanzen-welt sowie für Menschen und Tiere finden wir weiterunten geschildert.

2) Der Kohlenstoff, Carbonium, Carbogen(Kohlenerzeuger),

ist ein festes, geruch- und geschmackloses Element, welchesam reinsten (krystallisiert) als Diamant und Graphit und(amorph, gestaltlos) in der Kohle, dem Ruß u. s. w.vorkommt, mit anderen Elementen verbunden aber in allenorganischen Substanzen zu finden ist. Er bildet den Haupt-bestandteil der Kohle, was ihm den Namen gab, wirdaber auch Phytogen (Pflanzcnstofferzeuger) genannt,weil er die Grundlage der Pflanze abgibt und, vermischtmit Sauerstoff und Wasserstoff, die meisten Pflanzenkör-per bildet. Er ist die vorzüglichste Quelle des Lichts undder Wärme, sowie auch der schwarzen Farbe. Seine Ver-bindung mit Sauerstoff, deren Produkt man Kohlen-säure nennt, ist für Menschen, Tiere und Pflanzen, be-sonders als Hauptnahrungsmittel der letzteren, sowie alsBestandteil der sogenannten Kohlensäuerlinge, als ein Teilder Atmosphäre u. s. w. von größter Wichtigkeit, be-kanntlich aber auch von großer Gefährlichkeit, z. B. durchdie Ausdünstung (das Aushauchen) der Pflanzen imDunkeln, die Stickluft in Kellern und Brunnen u. s. w.Das Wasser von Quellen und Brunnen, welches vielkohlensauren Kalk enthält, nennt man hartes Wasser.Verbrennt man Holz im Freien, so verbindet sich derKohlenstoff mit dem Sauerstoff der Luft und entschwindetals kohlensaures Gas, nur Asche zurücklassend; wirdaber beim Verbrennen der Zutritt der Atmosphäre verhin-dert, so kann die genannte Verbindung nicht stattfindenund es bleibt (beim Kohlenbrennen) die^Pflanzenkohleals beinahe reiner Kohlenstoff zurück.

3) Wasserstoff, Wasserstoffgas, Hydrogen(Wassererzeuger),

ist ein leichter, färb-, geruch- und geschmackloser, luftför-miger, brennbarer Grundstoff, welcher in der Natur nir-gends ungemischt (frei), sondern stets in Vereinigung mitanderen Elementen vorkommt. Der Wasserstoff ist einHauptbestandteil des Wassers und in fast allen pflanz-lichen Substanzen in großen Mengen zu finden; dasWasser bildet, mit Kohlensäure vermischt, die Haupt-nahrung aller Pflanzen. Der Wasserstoff ist die leichtestealler Luftarten und wird deshalb auch zur Füllung derLuftballons angewendet. Mit Stickstoff verbunden gibter Ammoniak; mit Chlor, Jod und Brom dieChlor-, Jod- und Brom-Wasserstofssäure.