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Bei der Abfassung dieses Buches habe ich den grofsen VerlustBessels, meines hochverehrten Freundes und Lehrers wiederholt undschmerzlich empfunden. Bei ihm fand ich stets Rath und gegen alleSchwierigkeiten Hülfe. Sein Wahlspruch war: Nur ernstlich an-gegriffen, dann finden sich die Wege die zum Ziele führen vonselbst, und diesen Wahlspruch habe ich denn auch stets zu befolgengesucht. Wenn nun aber Jemand den Weg, den ich eingeschlagenhabe, mit dem vergleicht, welchen Bessel in der Gradmessung mitMeisterhand vorgezeichnet hat, so wird er billig fragen, warum ichüberhaupt davon abgewichen bin. Ich mufs daher über den Ge-sichtspunkt von dem ich ausgegangen bin näheren Aufschlufs geben.Bessel schrieb als Gelehrter für Gelehrte; die Aufgabe welche ichmir dagegen glaubte stellen zu müssen, war : als Praktiker für Prak-tiker zu schreiben. Ich ging dabei von der Hoffnung aus, der An-wendung der Methode der kleinsten Quadrate auf trigonometrischeArbeiten mehr Eingang zu verschaffen, als es bisher der Fall gewe-sen ist, durfte deswegen aber auch nur ein gewisses Maafs, sowohlvon theoretischen als auch von praktischen Kenntnissen voraussetzen,und mufste Jedem der dasselbe besitzt, die Theorie so verständlichals möglich und die Anwendung leicht und sicher ausführbar zumachen suchen, ln dem Mafse wie mir dies gelungen oder nichtgelungen ist, sehe ich daher auch meine Aufgabe für gelöfst odernicht gelöfst an.
In Bezug auf die Mafseinheit bin ich dem Beispiele Besselsin der Gradmessung gefolgt und habe ausschließlich die Toise duPörou gebraucht. Die Gründe dazu waren folgende: