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Die Küstenvermessung und ihre Verbindung mit der Berliner Grundlinie / ausgeführt von der trigonometrischen Abtheilung des Generalstabes ; hrsg. von J. J. Baeyer
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I. §. 8. Wihl der gemessenen Grundlinie.

aufstehen. Sie ist durch vier schmiedeeiserne Anker oo, die 3-| Fufs langsind, mittelst Schraubenmuttern über der Platte mit dem Fundament verbun-den. Die Anker oo wurden auf einer Kalksteinunterlage möglichst vertikalgestellt, und das Fundament bis 1 Fufs unter der Platte mit Kalksteinen auf-gemauert. Die weitere Aufmauerung geschah mit Mauersteinen und engli-schem Gement. Die Platte gh selbst wurde dann mit Cement eingegossen,und vor dem Festwerden durch die Schraubenmuttern o in die horizontaleLage gebracht und fest angezogen. In der Mitte der Platte g h befindet sichein bewegliches Centrum p , dessen Einrichtung in Fig. 3. und 4. zu ersehenist. Die Centrums-Platte (Fig. 3.) besteht aus Schmiedeeisen, und hat einenmessingenen Ansatz q (Fig. 3. und 4.), auf dem das Centrum durch ein fei-nes Kreuz bezeichnet ist; sie ist auf der Platte gh (Fig. 2.), so lange dieSchrauben rr nicht angezogen sind, durch den Spielraum verschiebbar, dendie Öffnungen tt in derselben den Schraubenspindeln s geben.

Nachdem im Boden das Fundament gelegt, und die Platte gh fest da-mit verbunden war, wurden vier Röhren aufgestellt, die obere Platte abdarauf gelegt, die Bolzen cd durchgesteckt, die Keile ef unten vorgeschoben,und nun die Schraubenmuttern c über der oberen Platte angezogen. Hier-auf wurde im Centrum der oberen Platte ein Loth aufgehängt, der Kreuz-schnitt des unteren beweglichen Centrums p genau eingelothet, und dann dieSchrauben rr angezogen. Eine nach der Basismessung, vor Wegnahme derPfeiler wiederholte Lothung zeigte nicht die geringste Verschiebung.

Um die Pfeiler gegen Muthwillen zu schützen, wurden sie mit einemhölzernen Mantel, oben mit verschliefsbarem Deckel, umgeben. Dieser Man-tel war am Boden auf hölzernen Unterlagen mit Holzschrauben befestigt, undwurde bei der Messung der Grundlinie ganz abgehoben, bei den Winkelmes-sungen aber brauchte blofs der Deckel geöffnet zu werden. Eine starkeHolzbarriere in 2 Fufs Entfernung schützte aufserdem die Pfeiler gegen dasAnfahren der Wagen.

Diese Einrichtung der Pfeiler gewährte, aufser ihrer grofsen Festig-keit, noch folgende Vortheile:

1. Die Mefsstangen konnten zwischen den Röhren, welche die oberePlatte tragen, und die im Lichten 11 Zoll auseinander stehen, inder Richtung der Grundlinie bequem unter dem Centrum hindurchgeschoben werden, wodurch erlangt wurde, dafs bei dem Beginn derMessung die horizontale Schneide der ersten Meisstange unmittelbar