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II. §. 14. Berichtigung der Instrumente.
§. 14. Berichtigung der Instrumente.
Die Berichtigung der einzelnen Tlieile des Theodoliten, wenn dieselbewiinschenswerth erschien, wurde in folgender Weise ausgetührt:
1. Stellung des Fadennetzes. Nachdem das Fernrohr auf einen ent-fernten aber deutlichen Gegenstand gerichtet, und das Ocular-Endeso herausgezogen ist, dafs es ein deutliches Brld giebt, bringt mandas Fadennetz in den Brennpunkt. Die Stellung desselben ist richtig,wenn die Fäden schwarz und deutlich erscheinen, und wenn einzwischen die Fäden gestellter Gegenstand, bei einer Hin- und Ilex-bewegung des Auges vor dem Ocular unbeweglich in der Mitte derFäden bleibt.
2. Berichtigung der 1Fasserwage. Wenn das Instrument durch dieauf die Axe des Fernrohrs aulgesetzte Wasserwage an den Fufs-schrauben in zwei auf einander senkrechten Richtungen vorläufig ho-rizontirt ist, bringe man die Blase der Wasserwage genau in dieMitte. Hierauf wird die Wasserwage um 180° umgesetzt, so dalsdas Ende, welches vorher rechts war, nach links zu stehen kömmt.Die Abweichung der Blase gegen die vorige Stellung wird bemerkt,und die Hälfte dieser Abweichung an den Fufsschrauben, die andereHälfte an der Wasserwage verbessert. Wenn man nun die Wasser-wage abermals um 180° umsetzt, und sie zeigt eben so wie vorher,so ist sie berichtigt; ist dies aber nicht der Fall, so wird die Ver-besserung, in derselben Art wie vorhin, so lange wiederholt, bis dieBlase vor und nach dem Umsetzen in der Mitte bleibt.
3. Berichtigung der Axe des Fernrohrs. Nachdem die Wasserwageberichtigt ist, wird das Instrument in zwei auf einander senkrechtenRichtungen horizontirt, dann das Fernrohr um die Alhidaden-Axeum 180° gedreht. Spielt die Wasserwage nun noch richtig, so stehtdie Axe des Fernrohrs senkrecht auf der Alhidaden-Axe, ist diesnicht der Fall, so wird die Hälfte der Abweichung, welche dieWasserwage angiebt, an den Fufsschrauben, die andere Hälfte andem mit Zug - und Druckschrauben versehenen Axenträger ver-bessert. Dies Verfahren wird so lange wiederholt, bis die Wasser-