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Die Küstenvermessung und ihre Verbindung mit der Berliner Grundlinie / ausgeführt von der trigonometrischen Abtheilung des Generalstabes ; hrsg. von J. J. Baeyer
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II. §. 14. Berichtigung der Instrumente.

wage nach einer Umdrehung der Alhidade um 180°, eben so zeigtwie vorher.

4. Berichtigung der optischen Axe. Nachdem man einen deutlichenGegenstand im Fernrohr eingestellt, und die Richtung an den Mi-kroskopen abgelcsen hat, hebt man dasselbe (weil es sich an demErtelschen Theodoliten nicht durchschlagen läfst) aus seinen Lagernheraus und legt es um 180° um, ohne jedoch die Enden der Axezu vertauschen, stellt denselben Gegenstand abermals ein, und liestdie Richtung ab. Stimmen beide Ablesungen der Richtung auf 180°überein, so ist die Lage der optischen Axe richtig, ist dies nicht derFall, so wird die Hälfte der Abweichung an den Schrauben, welchedas Fadennetz bewegen, verbessert, dann der Gegenstand von Neuemeingestellt und das vorhergehende Verfahren so lange wiederholt, bisdie Richtungen vor und nach dem Umlegen übereinstimmen.

Diese Berichtigungen des Theodoliten brauchen vor jeder Campagnenur einmal gemacht zu werden, damit inan sicher ist, dafs keine groben Feh-ler vorhanden sind. Die kleineren Fehler, die sich auch bei der sorgfältig-sten Berichtigung nie ganz, oder wenigstens nicht auf längere Zeit fortschaf-fen lassen, müssen durch die Anordnung der Beobachtungen aus dem Resultatgeschafft werden.

Die gewöhnliche Aufstellung des Theodoliten, bei der es nur daraufankömmt, die Drehungsaxe desselben lothrecht zu stellen, ist leicht und schnellzu bewerkstelligen. Man horizontirt zu dem Ende vorläufig, liest dann dieWasserwage an einem bestimmten Ende, welches das Kreisende heifsen mag,ab, dreht die Alhidade um 180° und liest die Wasserwage abermals an demKreisende ab. Den halben Unterschied dieser Ablesungen verbessert manan den Fufsschrauben. Dann dreht man die Alhidade wieder um 180° zu-rück, und wenn die Wasserwage in dieser Stellung noch einen kleinen Un-terschied gegen die vorhergehende zeigt, so wird wieder die Hälfte desselbenan den Fulsschrauben verbessert, ln dieser Weise setzt man die Verbesse-rungen fort, bis die Stellung der Wasserwage vor und nach der Drehungdieselbe bleibt. Hierauf dreht man die Alhidade um 90° und bringt die Was-serwaage vermittelst der Fufsschrauben in dieselbe Stellung, welche sie zuletztin der vorhergehenden Richtung hatte. Ist das Instrument so aufgestellt, dafsdie Wasserwage bei einer vollen Umdrehung der Alhidade unverändert stehenbleibt, so ist die Axe der Alhidade lothrecht, und die Beobachtungen können

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