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H. §. 14. Berichtigung der Instrumente.
ihren Anfang nehmen. Es versteht sich von selbst, dafs die Wasserwagehierbei nicht in der Mitte einzuspielen braucht, sondern auf jeden beliebigenTheilstrich zeigen kann; es ist daher auch selbst dann, wenn dieselbe ganzin Unordnung gekommen sein sollte, nur nöthig, sie nach J\s 2. näherungs-weise zu berichtigen. Bei jeder Prüfung der horizontalen Stellung des In-struments muls diese Operation vollständig wiederholt werden, weil die Blaseder Wasserwage mit der wechselnden Temperatur ihre Länge ändert.
Wenn sich der Fall ereignet, dafs man die Wasserwage bei den Dre-hungen der Alhidade nicht auf einem bestimmten Theilstrich erhalten kann,so ist dies ein Beweis, dafs die Axe derselben einen zu grolsen Spielraumhat, und deswegen hin und her schwankt; sie mul’s alsdann tiefer eingesenktwerden.
Aufser diesen Berichtigungen wurde das Instrument auch rücksichtlichseiner übrigen Bewegungen untersucht, und geprüft, ob die Unveränderlich-keit der Feststellungen, die bei dem Beobachten vorausgesetzt wird, auchwirklich stattfinde. Die Feststellungen und Mikrometer-Bewegungen könnenin folgender Weise geprüft werden:
Nachdem das Instrument im Übrigen berichtigt und liorizontirt ist,stellt man ein deutliches Object zwischen die Fäden des Fernrohrs in derArt ein, dafs man die Mikrometerschraube nur nach einerlei Richtung dreht,z. B. nach rechts. Hat man dabei die Schraube zu weit gedreht, so drehtman sie wieder zurück und stellt von Neuem ein, so lange, bis die Einstel-lung durch die blofse Rechtsdrehung der Schraube gelungen ist. Hat mandie Richtung abgelesen, so bringt man das Object vermittelst der Mikrometer-schraube auf die entgegengesetzte Seite der Fäden, stellt es nun durch Links-drehen der Schraube abermals ein, und liest wieder ab. Stimmen beide Ab-lesungen überein, so ist in dieser Beziehung kein Fehler zu befürchten. Diesist aber selten oder nie der Fall; es zeigt sich vielmehr bei diesen Einstel-lungsweisen fast immer ein constanter Fehler, der gewöhnlich einer Biegungder Speichen zugeschrieben wird, weil er sich weder durch die Einrichtungder Klemmen, noch durch die Versicherung gegen einen todten Gang derSchrauben ganz fortschaffen läl’st. Hat man sich überzeugt, dafs die Klem-men gut und vollständig wirken, und ist gegen den todten Gang der Schrau-ben durch eine Feder gesorgt, die gegen dieselben drückt (die indessen nichtzu stark und nicht zu wenig angespannt sein darf), so kann, wenn dennochein Fehler übrig bleibt, derselbe dadurch aus dem Resultat geschafft werden,