Buch 
Die Akustik / Ernst Florens Friedrich Chladni
Entstehung
Seite
266
JPEG-Download
 

266

time höher, als der Ton einer eben so langen Luftstrecke in einer offenen Pfeife; der Ton einesStabes von Silber ist um z Oetaven und einen ganzen Ton; eines Stabes von Kupfer bey-nahe um z Oetaven und eine Quinte; von Eisen und Glas, welche unter allen von mir unter-suchten Materien nebst dem Tannenholze am schnellsten schwingen, um 4 Oetaven und einenhalben Ton höher u. s. w. Es würde also, wenn man eine hinlänglich lange und gleichförmigzusammenhangende Strecke von einer solchen Materie hätte, die Geschwindigkeit der Verbrei-tung durch Zinn 7I, durch Silber 9, durch Kupfer beynahe 12, durch Eisen und Glasungefähr 17, durch verschiedene Hölzer ungefähr zwischen n und 17, durch gebranntenThon io bis i2mahl größer seyn, als die Geschwindigkeit der Verbreitung des Schallesdurch die Luft.

Anm. Diese Theorie hake ich zuerst in Voigts Magazin für den neuesten Zustandder Naturkunde, 1. B. 1. St. bekannt gemacht. Die vorhererwähnte Beobachtung vonHerhold (in Reils Archiv für die Physiologie Ili. B. S. 178.) stimmt damit ziem.'iich überein, da er durch einen 300 Ellen langen Faden den Schall fast um eine Secunde früherhörte, als durch die Lust. Daß er den Schall eher müsse gehört haben, erhellt daraus, weil allefesten Körper, die von mir untersucht sind, weit schneller schwingen als die Lust; aber viel über

eine halbe Secunde kann der Unterschied bey 300 Ellen nicht betragen haben, wenn man die Gccschwindigkeit des Schalles in der Luft zu 1040 Fuß in einer Secunde annimmt. Pros. Wünschhat (in den deutschen Schriften, welche in der Berliner Academie der Wis-senschaften sind vorgelesen worden, 1793. 4.) Versuche bekannt gemacht, welche erüber die Verbreitung des Schalles durch eine beträchtliche Strecke von hölzernen Latten angestellthat, wo er die Geschwindigkeit weit größer fand, als durch die Lust; obgleich daraus nickt folgt,was er (durch eine Aeußerung von Hook in der Vorrede zu seiner Micrograph iaverleitet) vermuthet hatte, daß der Schall durch feste Körper in instanti, oder doch wenigstensso schnell, als das Licht, gehe.

227.

Ueber die Stärke, mit welcher der Schall durch verschiedene feste Körper fortge-leitetwird, hat Per olle viele Versuche angestellt, von welchen sich in Nem. de l'Acad. deTurin 179 1 1792, wie auch in Voigts Magazin für Physik und Naturgeschichte X. B.2. St. S. 39 * und in Gilbertö Annalen der Physik z. B. 2. St. S. 163. Nachricht findet.Er fand, daß z. B. der Schlag einer Taschenuhr, der bey verstopften Ohren kaum 2 Linienweit gehört werden konnte, in einer ziemlichen Entfernung noch zu hören war, wenn das eine