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Die Akustik / Ernst Florens Friedrich Chladni
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267
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Ende eines festen Körpers an die Uhr/ und das andere an solche feste Theile des Kopfes ge-stemmt ward, die den Schall am besten bis zum Gehörnerven leiten konnten, so daß alle vonihm untersuchten Körper den Schall starker, als die Luft, annahmen und mittheilten. Diehölzernen Stäbe folgten in dieser Ordnung: Tannen, Campesche, Buchöbaum, Eiche,Kirschbaum, Kastanie. Metallene Stäbe leiteten etwas schwächer, und in folgender Ord-nung: Eisen, Kupfer, Silber, Gold, Zinn, Bley. Sodann folgten Faden oder Schnürevon Darm, Haaren, Seide, Hanf, Leinen, Wolle, Baumwolle. Auch hat er Zink, An-timonium, Glas, Salz, Gyps, getrockneten Thon und Marmor untersucht; letzterer leiteteunter allen von ihm untersuchten festen Materien am schlechtesten.

Bey den von mir nur an einigen Materien angestellten Versuchen fand ich die Wir-kung durch gläserne Stäbe, oder gläserne Thermometer oder Barometerröhren, und nächstdiesen durch Stäbe von Tannenholz am stärksten.

Nach Herrn von Arnim (in Gilberts Annalen der Physik, 4.B. i.St.n. VI.) steht die Stärke der Schallfortpstanzung durch verschiedenartige homogene feste Stoffein dem Verhältnisse ihrer Cohärenzen. (Er versteht nähmlich unter Cohärenz die Eigenschafteines Körpers, der.Veränderung des bestimmten Raumes, den er erfüllt, zu widerstehen).In Ansehung der Metalle bemerkt er, daß die Folge der Cohärenzen nach Sickingens undMusschenbroeks Versuchen eben dieselbe ist, wie die Folge der Stärke, mit welcher sie denSchall fortleiten. Auf Holzarten kann dieses Gesetz nicht füglich ausgedehnt werden, weil eskeine homogenen Stoffe sind, doch findet er eine Bestätigung an den Fichten und Tannenholze,welches in seiner ganzen Struetur sehr mit einander üöercinstimint. Jenes wurde Musschen-broek'ö Versuchen zufolge durch;;o iB, dieses erst durch, 602 iB getrennt, und dieses ist, wiedie Erfahrung lehrt, vorzüglicher zu Resonanzböden. Eben so stimmt die Folge der Schnüreverschiedener Art mit ihrer Cohärenz überein, ausgenommen etwa bey der Wolle und Baum-wolle, die ihre Stellen möchten vertauschen müssen.

Die Starke der Fortleitung des Schalles durch feste Körper hangt unstreitig auchdavon ab, ob die Gestalt des Körpers so beschaffen ist, daß er mancherley Arten der zitterndenBewegung mit Leichtigkeit annehmen kann; so wird z. B. ein Stab, oder eine nicht allzu dicke

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