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men gemacht # ). Indessen scheint der Umgang mit diesem Mannenicht ohne nachhaltigen Eindruck auf Leibniz gewesen zu sein;er stand in fortdauernder literarischer Verbindung mit ihm. — Dem-nach blieben die Entdeckungen und Erweiterungen, womit im Laufedes 17. Jahrhunderts die berühmten Geometer Frankreichs , Englandsund Italiens die mathematischen Wissenschaften bereichert hatten,Leibniz durchaus unbekannt, und es ist nicht zu verwundern, dasser in seiner ersten mathematischen Schrift: De arte combinatoria.Lips. 1666. über die Elemente der Mathematik nicht hinausgeht. In denfolgenden Jahren wurde Leibniz als Rath in dem Dienste des Chur -fürsten von Mainz durch Berufsgeschäfte zu sehr in Anspruch ge-nommen, als dass er seinen Lieblingsstudien grosse Aufmerksamkeithätte widmen können. Indesen beweist die Anknüpfung einesBriefwechsels mit Männern, wie Otto v. Guericke, dem gelehr-ten Jesuiten Honoratus Fabri in Rom , und andern, so wie dieUeberscndung seiner kleinen Schrift: Hypothesis physica nova (dieim Jahre 1671 erschien) an die neu gegründeten gelehrten Gesell-
: '0 Wcigel’s Haus wird in einem bekannten Distichon unter den so genann-ten sieben Wunderwerken Jenas aufgezählt: es hatte keine Treppen, ihreStelle vertrat ein Sessel, auf welchem man vermittelst einer Winde voneinem Stockwerke in das andere befördert wurde. — Auf einer Reise durchHolland besuchte Weigel auch den berühmten Hu ge ns, der an Lei bnizfolgendes über ihn schreibt: Avant hier me vint voir icy le Sr. Weigelius,professeur a Jena , gui m’entretint de ses grands desseins pour l’avance-ment des sciences et qui parait extrêmement satisfait de certaines dé-monstrations qu’il prétend avoir de l’existence de Dieu et de la Provi-dence. Je l'iray voir à la Haye , où il dit avoir un coussin rempli deressorts et autres curiositez qu’il veut me montrer. Il dit qu’il a l’hon-neur de vous connoitre depuis le temps que vous estudiez en mathémati-ques sous luy. J'aimerois bien mieux voir icy son disciple etc. — Einwahrhaftes Verdienst hat sich Weigel dadurch erworben, dass er zuerstdie allgemeine Einführung des Gregorianischen Calenders in Deutschland anregte. Siebe Guhrauer im lieben Eeibniz. Theil 2. S. 185.