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Die Entdeckung der Differentialrechnung durch Leibniz ... / dargestellt von C. J. Gerhardt
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dass Lcibniz die von Dcscartcs nur unvollständig oder nicht ge-lösten Probleme, aus der Tangente die Curvc zu finden, mittelst sei-nes neuen Algorithmus bewältigt. Es verdient bemerkt zu werden,dass m der Lösung des zweiten dieser Probleme die Bestimmung

von l'Ill vorkommt.

J V

Dies dürfte im Allgemeinen der Umfang sein, in welchemLcibniz das Princip und die Anwendung der hohem Analysis ge-gen Ende seines Aufenthaltes in Paris (die Abreise geschah imOctober 1676) inne halte. Es muss zugestanden werden, dass ersich der Allgemeinheit der neuen Rechnung damals noch nicht be-wusst war; ahnungsvoll schrieb er jedoch den 27. August 1676 vonParis aus an Oldenburg : Fateor tarnen nondum me quiequid in hocgenere desiderari polest consccutum, quanquam maximi momenti essesciam. Auf seiner Rückreise nach Deutschland verweilte Lcibnizeine Woche in London , wo er die persönliche Bekanntschaft vonColli ns machte, der bisher in der Correspondenz zwischen Olden­ burg und Lcibniz der Rathgeber des erstem in Bezug auf mathe-matische Gegenstände gewesen war. Co Hins hat in einem Briefean Newton Rechenschaft über dieses Zusammensein mit Lcibnizgegeben*); er erwähnt aber mit keiner Silbe, dass er LcibnizAuskunft über die analytischen Untersuchungen Ncwtons ertheilthätte. Zugleich enthält dieses Schreiben ein Bruchstück eines Brie-fes, den Lcibniz von Amsterdam aus, wohin er seinen Weg vonLondon genommen, an Oldenburg 18 / 28 . November 1676 schrieb.Lcibniz erwähnt darin, dass die Tangentenmethode des de Sluzenoch nicht das Vollkommenste wäre, was sich in dieser Hinsicht er-reichen liesse, und setzt alsdann seine gewonnenen Resultate ziem-lich weitläuftig auseinander, jedoch mit sorgfältiger Vermeidung je-des Algorithmus. Hieraus lässt sich fast mit Bestimmtheit folgern,

*) Leib. op. omn, ed, Dutens. Tom. III. p. 78.