10 Theorie der Höfe, Nebensonnen und verwandter Phänomene
sehr hell. Der Raum innerhalb des Hofes war etwas dunkel,vorzüglich gegen die mehr gefärbten Theile hin, welche demHofe zunächst waren. Uebrigens wurde noch ein Theil einesgröfseren Kreises gesehen, welcher den Hof oben berührte,Und dessen Enden nach Unten zu liefen. Dieses Segment wurdemit schwächeren Färben als der Hof gesehen. Die Höhe derSonne war beym Anfang der Beobachtung ohugefdhr 47 Weifs-liehe Wölkchen, die in der Luft zerstreut waren, schwächten dieblaue Farbe des Himmels und verdunkelten die Sonne etwas,die so schien, als wollte eine Verfinsterung eintreten. DieserHof erhielt sich von derselben Form und demselben Farbenglanzvon 9 Uhr Morgens bis halb n Uhr; dann wurde er allmählichschwächer, bis a Uhr Nachmittags, wo er verschwand, doch so,dals er kurz vor dem Verschwinden noch etwas hellerwurde * *). ,
Den i4 ten April 1683 um 9 Uhr Morgens beobachtete Cassinieinen Hof um die Sonne von 45 0 Durchmesser. Ein Segmenteines horizontalen Kreises gieng durch die Sonne und in dem-selben lagen Nebensonnen, doch sollten diese bestimmt ausser-halb des Hofes gewesen seyn. Ihre Entfernung von der Sonnegiebt er jedoch nicht an. Er beschreibt noch ein anderes vonCrillon beobachtetes Phänomen, welches von den übrigen dieserArt abweicht, doch ohne Mafse anzugeben **).
Den i7 teu May 1677 sah man auf der Sternwarte .zu Paris ,um 3 Uhr Morgens, den Mond in der Mitte eines weifsenKreuzes, stehen, wovon zwey Schenkel vertical, die beiden anderenhorizontal liefen, und so breit wie der Durchmesser des MondesWaren. Der Himmel war so bedeckt, dafs man die Flecken desMondes nicht unterscheiden kounte. —- An demselben Tage umix Uhr Morgens sah man um die Sonne einen weifsen Hof,
*) Hugenii opera reliqua V. II. p. 55.
* ¥ ) Mempires de I’Acad. roy, T. X. p. 454