18; Theorie der Höfe, Nebensonnen und verwandter Phänomene
Mit dem beschriebenen Phänomen hat der Schein einigeAehnlichkeit, welchen schon viele im Gehen oder Fahren umden Schatten ihres Kopfes sahen, wenn derselbe auf bethautenBoden fiel *).
Unvollkommene Höfe kleiner Art sieht man auch durchFenster, welche leicht mit Dünsten beschlagen oder gefrorensind. Auch um ein Licht, welches in einem Raume steht, dermit Dünsten erfüllt ist, wird, wenn man es in einiger Entfer-nung beobachtet, vielmal ein ähnlicher Hof gesehen.
Ohne die Ursache der „Entstehung der Höfe zu wissen,können wir aus den angeführten Beobachtungen schliefsen: dieHöfe grofser Art haben, innerhalb der Gränzen der Genauigkeit,welche bey diesen Bestimmungen möglich ist, immer denselbenDurchmesser*, nämlich der erste Ring ohngefähr 45 0 ; der zweiteohngefähr 90 °. Die rothe Farbe liegt bey dieser Art Höfegegen den‘ leuchtenden Körper zu; die blaue nach aussen.Der Kreis oder das Segment des Kreises, welches durch dieSonne oder den Mond geht, bleibt in der Regel horizontal, undist immer ohne Farben. Die Hauptnebensonnen liegen in denPunkten, wo die Höfe grofser Art den horizontalen Kreisschneiden. Vollkommen ausgebildete Nebensonnen oder Neben-monde werden nur bey niederem Stande des leuchtenden Kör-pers gesellen; auch bey hohem Stande desselben werden Höfegrofser und kleiner Art vollkommen ausgebildet gesehen. Höfekleiner Art bestehen aus mehreren konzentrischen farbigen Ringen,,welche unter sich und mit dem Gestirn, um welches sie gesehenwerden, Zusammenhängen; d. i. sich dicht anschlielsen; die rotheFarbe liegt bey -ihnen nach aussen, die blaue nach innen. DieDurchmesser der Höfe kleiner Art können an verschiedenenTagen sehr verschieden seyn. Die Durchmesser der verschie-denen farbigen Ringe, ein und desselben Hofes kleiner Art,