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Theorie der Höfe, Nebensonnen und verwandter Phänomene mit Versuchen zur Bestätigung derselben / von Joseph Fraunhofer
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20 Theorie der Höfe, Nebensonnen und verwandter Phänomene

henden gröfsen Cy lind er an, der das auffallende Licht nach allenSeiten hin zurück wirft *).

Gassendi glaubt, dafs ein Hof mit einem Regenbogeneinerlei sey, dafs bey ersterem wie bey letzterem das Licht zweyMal gebrochen, und ein Mal reflektirt werde, zeigt den Wegder Strahlen jedoch weder durch eine Figur noch durchRechnung **).

Dechales sucht die Höfe ebenfalls aus ähnlichen Gründenzu erklären, wie den Regenbogen, und führt einen Versuchmit einer Glaskugel an, die mit Wasser gefüllt war. Er liefsdas Sonnenlicht auf die Kugel fallen und Heng das auffallendeLicht mit einem Blatte weifsen Papiers auf, in welchem Fall ereinen Farbenring erkannte. Die Nebensonnen, meint er, könntendurch Zurückwerfung des Lichtes von Wolken unter gewissenUmständen gebildet werden, wenn die Wolken auch nicht plattgenug und von der gehörigen Form sind, um ein deutlichesBild der Sonne zu. geben ***).

Die Theorie der Höfe und Nebensonnen von Huygens istfast die einzige , durch welche der gröfste Theil dieser Erschei-nungen erklärt wird, aber mittelst Hypothesen deren Wahr-scheinlichkeit Viele bezweifeln. Er verfolgt den Weg desLichtes sehr umständlich durch Rechnungen uud Figuren. Beyden Höfen grofser Art nimmt er an, dafs in dem Dunstkreisedurchsichtige Eiskügelchen verbreitet sind, welche vollkommenin ihrer Mitte einen runden undurchsichtigen Kern haben, undbey welchen der Durchmesser des Kernes zum Durchmesser desganzen Kügelchens, in allen ein gleiches bestimmtes Ver-hältnifs hat. Bey dem Hofe von 45 0 Durchmesser findet erdieses Verhältnifs wie 48 : 1005 bey dem von 30 0 Durchmesser

*) Priestley's Geschichte der Optik von Klügel.

”)' Priestley’s Geschichte der Optik von Klügel .

■***) Priestley’s Geschichte der Optik von Klügel.