22 Theorie der Höfe, Nebensonnen und verwandter Phänomene
durch Brechung entstehen. Das Licht, "welches durch Regen-tropfen nach zwey Brechungen, ohne Zurückwerfung, geht,müsse am stärksten in einer Entfernung von a6° von der Sonneseyn, und von da auf beyden Seiten nach der Sonne hin, undvon ihr abwärts, allmählich schwächer werden, was auch vonEiskugeln gilt. Sind die Eiskugelp in der Mitte undurchsichtig,um nach Huygens das Licht innerhalb des Hofes aufzufangen,so würde die innere Seite begränzter seyn, als sie es ohne diesem■wäre. Die Höfe kleiner Art erklärt Newton nach seiner Hypo-these der Anwandlungen des Lichtes zum leichteren Durch- oderZurückgehen *). 1
Hube erklärt die Entstehung der Höfe durch Beugung desLichtes an den Rändern der Duustbläschen, und zeigt den Wegdesselben durch eine Figur **).
Jordan sucht die Ursache der Bildung der Höfe kleinerArt in der Beugung des Lichtes durch die Zwischenräume,welche die in dein Dunstkreise schwebenden Dunstkügelchenbilden, und zeigt den Weg des Lichtes sehr ausführlich. Nachseiner Ansicht ist der Durchmesser der Farbenringe desto gröfser,je kleiner die Zwischenräume sind, und da die Zwischenräumefür das durchfahrende Licht um so kleiner werden, je mehrsich Dunstkügelchen im Dunstkreise befinden, so müssen beyvorbeyziehenden durchsichtigen Wolken, die Höfe gröfser seyn,als bey leichten Dünsten. Dieses ist aber nicht den Beob-achtungen gemäfs ; man sieht oft Ley fast unmerklich bedecktemHimmel gröfsere Höfe dieser Art, als bey stärker bedecktem ***),
Herr Prof. Brandes erklärt die Höfe gröfser Art durchzweimalige Brechung, und dazwischen erfolgter zweymaligerZurückwerfung im Inneren der Dunstbläschenwie beym aus-
*) Priestley’s Ceschichte der Optik von Kliiget.
**) J- C. Fischers Physik. Wörterbuch B. II. S. 918.
«♦j Gilberts Annalen d. phys. 1804 B. 3. S. 27.