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Theorie der Höfe, Nebensonnen und verwandter Phänomene mit Versuchen zur Bestätigung derselben / von Joseph Fraunhofer
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mit Versuchen zur Bestätigung derselben.

~kdn u. s. w. Da die Farbenrin^e bey runden Oeffuungen umso -weniger Intensität haben, je -weiter sie von der Mitte ab-stehen , so müssen auch bey einem Hofe kleiner Art, dieäusseren Ringe schwächer seyn und allmählich unsichtbar,werden.

Die Durchmesser der Farbenringe verhalten sich umgekehrt,wie die Durchmesser der Kügelchen, daher mufs der gröbsteTheil der Dunstkügelchen in der Atmosphäre nahe gleicheGröfse haben, wenn bey einem Hofe kleiner Art die Farben derverschiedenen Ringe gut zu sehen sind. Haben die Dunst-kügelchen sehr ungleiche Durchmesser, so können die Färbennicht wahrgenommen werden; weil in diesem Falle das Augevon einem und demselben Orte im Dunstkreise her, Strahlenvon verschiedener Art erhält, daher dieser Ort weifs gesehenwerden mufs. Wenn demnach um den Mond ein Hof kleinerArt gesehen wird, an welchem keine Farben erkannt werden;so haben die Dunstkügelchen ungleiche Durchmesser.

Wie uns die oben angeführten Beobachtungen von Höfenkleiner Art gezeigt haben , können die Durchmesser der Farben-ringe an verschiedenen Tagen sehr verschieden seyn. Aus demWinkel, unter welchem der Durchmesser irgend eines Farben-ringes gesehen wird, kann man sich die Gröfse der Dunst-kügelchen, welche diesen Hof bilden, berechnen. Zieht mauvon dem halben scheinbaren Durchmesser eines jeden Farben-rings, den halben Durchmesser der Sonne oder des Mondes ab,tim welches der Farbenring gröfser ist, als er bey einem leuch-tenden Punkte seyn würde, und nennt den Rest für das rotheEnde des ersten Farbenringes L 1 , für den zweiten Ring L n u. s.w.;bezeichnet ferner y den Durchmesser eines Dunstkügelchen iuPariser Zollen ausgedrückt, so ist dem zu Folge, was aus denzahlreichen Versuchen abgeleitet wurde, welche im 8 ten Bandede^ Denkschriften der königl. baier. Akademie beschrieben sind: