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Monographie über den Hagel : Bericht über die bisherigen Resultate / von J. L. Frei
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Dreißigster Bries.

Hagelwetter vorn 18. Juli 1832.

Ich erlaube mir, Ihnen noch zwei Hagelwetter zubeschreiben, die mir stets als die großartigsten vorge-kommen. Das eine fand am 18. Juli 1852 statt.Längere Zeit herrschte eine drückende, fast unerträglicheHitze. Alles schmachtete und sehnte sich nach Regen,und wenn am Abend im Süden große Wolkenmassenaufgethürmt waren und von Blitzen durchzuckt wurden,beneidete man die Gegenden um den Regen, den ihnender Himmel schenkte. Am Abend des 17. Juli fielenan verschiedenen Orten über der Hochebene Gewitter-regen, und auch während der Nacht fanden Gewitterstatt. So sehr man am Morgen auf eine Abkühlunggerechnet, so blieb doch die Temperatur gleich schwülund drückend, was um so mehr auffiel, da es währendder Nacht auf der Rigi und dem Feldberg bedeutendgeschneit.

Ein leichtes Morgenroth verkündete den jungen Tag;der Ostwind trieb gewaltige Nebelmassen an den Jura-bergen hin, in hundert luftigen Gestalten zogen sie überdie Wälder weg oder strichen träge an den Gehängender Berge hin. Schon frühe begannen sich im Westenungeheure Wolkenmassen aufzuthürmen. Gegen zehn Uhrverloren sie die goldene Färbung an ihren Rändern.Schwarze, langgestreckte Wolken bildeten sich unter ihnen