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Monographie über den Hagel : Bericht über die bisherigen Resultate / von J. L. Frei
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und rückten langsam vor. Auf den Spitzen der Jura-berge ließen sich Nebel nieder. Der Westwind trieb siezwischen einzelnen Gipfeln durch. Sie wurden vomOstwind zurückgedrängt. Es entstunden eine MengeWirbel. Die Nebel senkten sich immer mehr, ergossensich in die Thäler und Schluchten. Der Ostwind tratmit dem Westwind in einen ernsten Kampf. An einemOrte sah man die Nebelmassen nach den Niederungenhinabwallen, an einem andern wieder mit Macht zurück-getrieben. Es bildeten sich ungeheure Wirbel, bald mitHast, bald langsamer. Die Nebel waren anzusehen wieeine Schafheerde, die angegriffen worden und umsonstnach einem Auswege sucht, um sich retten zu können.Es senkte sich der West immer tiefer, mehr und mehrmußte der Ostwind weichen, es drängten sich ungewöhn-liche Ncbelmassen vor. Sie hatten etwas Unheimlichesin ihrem Ansehen, wie in ihrem Herannahen. Baldsah man alle Thäler gefüllt und so dicht, daß ich aufder Spitze des Belchens, wo ich mich gerade befand,nicht mehr zwei Fuß weit sah. Nachdem sie eine halbeViertelstunde in den Thälern gelegen, lichteten sie sich,stiegen in die Höhe, und zogen da als eine schwarz-braune Masse fort, mit etwas Roth an den Rändern.Im Westen war es unterdessen schwarz geworden. Gegenhalb ein Uhr hörte man es donnern. Bald rückte einwilder Sturm heran, als ob alle Bäume entwurzeltwerden müßten. Mächtig rollten die Donner, schrecklich