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zubringen suchen. Wie sehr das Gewitter das Volkmitgenommen, kann man daraus ersehen, daß die Leute,wie man mir sagte, erschrocken und voller Sorgen wur-den, wenn sie nur wieder schwarze Wolken aufsteigensahen und donnern hörten.
Ein ähnliches Gewitter soll die Gegend heimgesuchthaben, als die Franzosen sich bemühten, in Unterwaldeneinzufallen. Sie hätten zuerst die Fäuste geballt, gegenHimmel geschaut und grobe Lästerungen ausgestoßen,nachher seien sie aber erweicht, daß sie zu beten ange-fangen.
Mehr als ein Jahr später ging ich durch Kriens .Die geschlagenen Wunden waren noch nicht geheilt.Die Kirschbäume stunden entweder ganz dürr da, odertrugen im Innern der dürren Krone grüne Büsche, wieFackeln und Blumensträuße. Das Laub der Birnbäumewar ungemein mager, so daß es oft kaum einen Viertelder natürlichen Größe hatte. Die Aepfelbäume sahennicht besser aus, ja sie hatten noch mehr dürres Geästals die Birnbäume. Die Nußbäume hatten sich wiederam meisten erholt. Trotzdem man die Bäume überallschwer mit Obst beladen sah, so traf man da nirgendssolches, und es dursten noch Jahre verfließen, ehe vonihnen wieder erträgliche Aernten zu hoffen. Seit einesMenschenalters habe da kein solches Hagelwetter statt-gefunden. Vier Wochen nach dem Gewitter habe manan schattigen Orten noch Schlossen getroffen.