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Monographie über den Hagel : Bericht über die bisherigen Resultate / von J. L. Frei
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Zweiunddreißigstcr Brief.

Zunahme der Hagelwetter.

Man mag sich leicht denken, die Witterung sei zuallen Zeiten dieselbe gewesen. Da täuscht man sich ge-waltig, und Griechenland und Spanien könnten hierüberVieles sagen. Der Wald ist nicht bloß die schützendeDecke der Erde, nicht bloß da, um uns Holz zu liefern,nein, er hat eine höhere Bedeutung; er giebt demKlima seinen Charakter, und wirkt weit mehr aus dieGestaltung der Witterung ein, als Voll- und Neumond.Wir wundern uns, wenn wir hören, daß der Amerikanersein Vieh den ganzen Winter in den Wäldern läßt.Das thaten unsere Vorfahren auch. Tacitus berichtete,daß am Rheine nur saure Trauben wachsen. Er magRecht gehabt haben, ebenso gut wie wir, wenn wir unsnicht nehmen lassen, daß wir aus diesen Gegenden einender besten Weine beziehen. Hat ein Land noch weitausgedehnte Wälder, so wird, vermöge der Wärme-strahlung, die Strenge des Winters gemildert, aberauch die drückende Hitze des Sommers wird mangeln;der Reichthum der Quellen ist größer, die Flüsse wasser-reicher, im Winter- und Hochsommer nie mit so niederemWasserstand, wie wir sie heute kennen. Der aufsteigendeLuftstrom ist nichts gegenüber dem, den ein durchglühteöSandfeld entwickelt. Dadurch ist vielen lokalen Windendie Quelle abgeschnitten. Die Zahl der Gewitter ist