Band 
Erster Theil.
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Länge u. Breite. Horizont. Weltgcgend. Jahrszeiten. 7

uhren; Emery, ein Schweizer in London, erfand 1782 die Chrono-meter.

Allethalben sehen wir um uns her die Erde als eine Kreisfläche,vom Himmel scheinbar begränzt. Dieser Kreis heißt der scheinbareHorizont und ist nach dem hohem oder niedrigem Standpunktedes Beobachters größer oder kleiner. Verschieden davon ist der wahreHorizont, der immer die ganze Hälfte der Erdoberfläche umfaßt,deren Mittelpunkt der Standort des Beobachters ist, dessen Gränze alsoimmer 90° vom Zenith des Beobachters entfernt ist. Unter demÄquator reicht der Horizont von Pol zu Pol; unter 20° nördlicherBreite, geht er aber 20° über den N. Pol hinaus, reicht dagegen nurbis 70° südlicher Breite. Denkt man sich den ganzen Horizont alseine sich über dem Beobachter wölbende Halbkugel, so bildet der oberePol derselben, der sich gerade über dem Beobachter findet, das Zenith,den Scheitelpunkt; diesem entgegengesetzt heißt der Pol der gedach-ten unteren Halbkugel Nadir, Fußpunkt. Jeder Gegenstand aufder Erde hat also seinen eigenen Horizont, Zenith und Nadir. Nachdem Stande der Sonne bestimmt sich am genauesten die Weltge-gend, denn der Meridian, d. h. die Linie, in welcher die Sonne umMittag steht, durchschneidet stets den N. und S. Pol und bestimmtdadurch den O. und W. Punkt. Man bedient sich aber, da der Me-ridian, z. B. auf dem Meere, wenn Wolken die Sonne nicht sichtbarwerden lassen, nicht immer bekannt sein kann, zur Bestimmung derWeltgegenden des Kompasses (schon im XU. Jahrh, in Italienund wahrscheinlich früher schon bei den Normännem, in China, In-dien, Persien und Arabien bekannt), dessen Magnetnadel immer nacheinem bestimmten Punkte gegen N. zeigt. In verschiedenen Gegendenist die Richtung der Magnetnadel auch verschieden, hier westlich, dortöstlich vom N. Pole; man nennt dies die Abweichung (Decli-nation) der Magnetnadel. Diese Abweichung bleibt sich selbstan einem und demselben Orte nicht immer gleich, sondern ändert sichmit den Jahren. In London war die Abweichung 1580 — 11° 15'östlich, 1632 nur noch 6°, 1657 war gar keine Abweichung, 1672aber 2ß° westlich, 1774 -- 21° 16', ja 1820 über 24° westlich.Auch ein tägliches Schwanken (Oscilliren) der Magnetnadelhat man bemerkt, so wie eine Neigung (Jnclination) derselben,wodurch sie von der wagerechten Lage abweicht.

Die Erde bewegt sich, wie alle Planeten, sowohl um ihre eige-ne Achse, als um die Sonne. Über Dauer und Geschwindigkeitihrer Bewegung vergl. die Tabelle Seite 2."). Durch die Umdrehung

*) Wir nehmen das Jahr nur zu 365 Tagen und schalten die nicht mitge-rechneten 8 Stund. 48 Min. jedes vierte Jahr (Schaltjahr) alseinen vollen Tag nach dem 23. Febr. ein; da aber auf diese Weise48 M. zu viel eingeschaltet sind, so laßt man alle 100 Jahr einenSchalttag aus; daher waren 1700 und 1800 keine Schaltjahre. DieseBestimmung unsers sogenannten Gregorianischen Kalenders rührtvom Papste Gregor XIII. her, zu dessen Zeiten nach dem alten Ju-lia Nischen Kalender, welcher immer alle 4 Jahre einen vollen Schalt-tag, also alle 100 Jahre etwa 19 St. zu viel annimmt, schon 10 Tage