Band 
Erster Theil.
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Oberfläche der Erde. Gebirge.

welche sich oft meilenweit erstrecken, und kürzeren mehr zusammenge-drängten Lagern finden sich hauptsächlich die Erze der Metalle, andenen es indeß in den Flötzgebirgen auch nicht fehlt. Die Stein-kohlen lagern in mehr oder weniger regelmäßigen Flohen des eigent-lichen ältesten Kohlcngebirgcs und in einigen jüngeren Sandsteinen;die Braunkohlen zeigen sich je mehr in unregelmäßigen Lagern undbegleiten zuin Theil den Basalt; in den Bildungen, welche älter sindals die Kreide, also im eigentlichen Flötzgebirge, kommen sie nicht vor,wohl aber im aufgeschwemmten Lande.

Eine gewisse Übereinstimmung dieser Gebirgsarten und ihrer La-gen auf einander, wie man sie auf der ganzen Erde bemerkt, beweiseteine allgemeine Ursache ihrer Entstehung. Wasser und Feuer sindausgemacht die großen Bildner der Gestalt unserer Erdoberfläche gewe-sen und sind es zum Theil noch jetzt. Am deutlichsten beweisendie regelmäßigen Schichten und Lager der verschiedenen Mineralien,daß Wasser einst die Erde deckte, in welchem in verschiedenen Zeit-räumen die einzelnen Gebirgsarten als aufgelösete Massen zu Bo-den sanken, verhärteten und zahllose Wassergcschopfe (Fische und Mu-scheln) und Pflanzen bedeckten. Unterirdisches Feuer oder feuri-ge Dämpfe haben (vgl. S. II) späterhin solche Lager durchbrochen,gehoben oder versenkt und aus ihrer ursprünglichen Richtung verrückt,so daß sie nicht selten senkrecht neben einander sieben, oder wel-lenförmig sich heben und vertiefen; ja durch Ausbrüche unterirdischerKräfte oder durch Fluthen sind ganze Gebirge zertrümmert und ihre Bruch-stücke in weite Entfernungen fortgeschleudert (Felsentcümmer in Holland,N. Deutschland, Dänemark, S. Schweden, Preußen). Berge sind ein-gestürzt und Seen an ihre Stelle getreten und ganze Länder vomMeere verschlungen. Besonders zeigt sich der Einfluß des Feuers undWassers auf die Gestaltung der Oberfläche noch jetzt in den Vulka-nen und dem aufgeschwemmten Lande. Vulkane sind durchAusbrüche unterirdischen Feuers entstanden, scheinen aber ihre furcht-baren Wirkungen auch dem Wasser zu verdanken; wenigstens hat manbislang sie nur in der Nähe des Meeres, im Innern der Länder nurSpuren erloschener Vulkane gefunden. Sie haben eine kegelför-mige Gestalt, die sich aus der Art ihrer Entstebung natürlich erklärt:jedoch ist diese ursprüngliche Gestalt durch spätere Seitenausbrüche,durch Zusammenstürzen oder Erhebung einzelner Theile oft unkennt-lich geworden. Die einzig und allein durch die aus dem Innern derErde bervorströmende Lava (geschmolzene Mineralien aller Art, welcheals glühende flüssige Masse aus dem Krater hervorströmen, dann aberzu einem mehr oder weniger porösen, dunkelfarbigen und äußerst festenGestein verhärten) entstandenen Berge gehören zum Theil zu denhöchsten der Erde, denn der Eotopaxi (chi) in America mißt 17,700 F.,der Antisana 18,000 F., und selbst der Chimborazo, — 20,100 F., istein jetzt nur erloschener Vulkan. Wie ungeheuer groß die,Masse desAuswurfs ist, kann man daraus abnehmen, daß die vom Ätna 1787ausströmende Lava zu 6200 Millionen Kubikfuß berechnet wurde, undmehr als 3mal so viel als die Masse des ganzen Vesuvs beträgt. Zuden vulkanischen Productcn gehören (außer dem schon genannten Gra-