12 Einleitung.
Land von einigen tausend Fuß Höhe. Europa kennt sie nur in kleineremMaaßstabe in Spanien (2000 F.), Süddeutschland (16 bis 1800 F.);auch die Norwegische Gebirgsebene hat eine hedeutende Höhe. Hoch-thäler finden sich in Tibet und Peru bis zu 14,000 F. Höhe.Auch die längsten und höchsten Bergketten haben Einschnitte, oft vonbedeutender Tiefe, wie die Quebradas der Eordillcras, durch welchegewöhnlich die Gewässer ihren Abfluß nehmen, oder die als Übergangs-stcaßen benutzt werden, Bergpässe in Tibet bis zu einer Höhe von17,000 F.
Die Geognosie giebt uns über die Bestandtheile der Erdober-fläche folgende Auskunft. Die Gebirge sind theils geschichtet, ingewisser Regelmäßigkeit auftretend, theils unge schichtet und mehrohne Zusammenhang erscheinend. Au den ältesten geschichtetenGebirgen, welche auch die höchsten und ausgezeichnetsten Gebirgszügebilden, gehören Gneis, Glimmerschiefer und Talkschiefcr.Diese Gebirge pflegt man, so wie auch den Granit (der freilich nacheiner neuen Theorie das Produkt einer durch Feuer veranlaßten Kri-stallisation, also vulkanisch ist) und einige Porfyre, Kalkarten w.Ilrgebirge zu nennen, weil sie als die ältesten anzusehen sind, dieschon vor dem Auftreten einer organischen Schöpfung sich gebildet ha-ben. Die nächste Reihe der geschichteten Gebirge sind Thonschiefer,Grauwacke und Kalk. Man nennt sie Übergangsgebirge, weilsich in ihnen zuerst Versteinerungen von Pflanzen und Thieren finden.Au den Flötzgcbirgen rechnet man das eigentliche Kohlengebir-ge, den Aechstein mit dem Kupferschiefer, den bunten Sand-stein und Mergel (Kcuper) mit eingelagertem Muschelkalk undSteinsalz, die Schiefcrthon-, Mergel-, Kalk- und Sand-steinschichten bis zur Kreide. Auf diesen wie auch auf einigen voc-hcrgenannten Schichten, liegen die tertiären Gebilde von Grob-kalk, Thon rc. bis zu den Lagen von Gesteinen und Erdarten, wel-che sich schon der neueren von Menschen belebten Zeit nähern. DieVersteinerungen, durch welche man hauptsächlich zur genauerenKenntniß dieser einzelnen Gcbirgsartcn gelangt, sind in den älteren nursparsam, nehmen aber in den jüngeren Bildungen an Häufigkeit zu.In den älteren Gebirgen gehören sie meistens ausgestorbenen Thier-und Pflanzenfamilien an; in den jüngeren Schichten treten immer mehrsolche Versteinerungen auf, welche sich der jetzigen Schöpfung nähern.Zu den massigen (eingeschichteten) Gebirgen gehören außer demGranit, welcher allein auch unter den ältesten geschichteten Gebirgenhervortritt und daher auch wobl für das allgemeine Grundgebirge ge-halten wird, rechnet man den Porfyr, Syenit (ein granitähnlichesGestein), die Trachytc-wder älteren vulkanischen Gesteine, die Ba-salte und die Gipsstöcke. Die höchsten Gebirge bestehen zumTheil aus Gneus, Glimmerschiefer und Kalkstein, großen Theilsaber auch aus Granit und Trachyt. Die Lager der Metalle undanderen nutzbaren Fossilien finden sich zum Theil in den älterenund in den massigen Gebirgen, wo sie Gänge bilden, welche oftdie Schichten geradezu durchschneiden, zum Theil aber auch in Flöt-zen, welche den Schichten des Gcbicgs parallel bleiben. Auf Gängen,