Band 
Erster Theil.
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20 Einleitung-

Scirocco, Solano, wovon bei einzelnen Landern die Rede seinwird. Nicht ungewöhnlich sind auf dem Meere die Wasserhosen,d. y. Wassermassen, die ein Wirbelwind aus dem Meere emporgerissenhat, und in verschiedenen Gestalten, oft reißend schnell und Schiffenhöchst verderblich, mit sich fortführt. Ähnliche Erscheinungen bildensich auf großen Flüssen, selbst auf dem Lande, und sogenannte Sand- ,Hosen in Sandwüsten. Zu bemerken sind die regelmäßigen Ostwin- 'de, Passatwinde, welche im Atlantischen und Stillen Ozean dasganze Jahr hindurch, und die Monsuns oder MoussonS, welcheim Indischen Meere halbjährig wechselnd von NO. und SW. wehen.Einzelne Gegenden haben außerdem ihre regelmäßigen Winde, dahingehört überhaupt der an den Küsten wärmerer Länder am Morgen sicherhebende Seewind, der mit dem Abends eintretenden Landwinderegelmäßig wechselt. Im Indischen Ozeane zwischen 10° S. und demsüdlichen Wendekreise weht beständig O. und SO. Wind. Unter 10°S. beginnt dor regelmäßige Monsun, der sich nördlich vomÄquator vom April bis Octbr. als stürmischer SW., vom Nov. bisMärz als sanfter NO. zeigt. Höchst räthselhaft ihrer Entstehung nachsind die seit den ältesten Zeiten schon beobachteten Meteorsteine undMetcoreisenmassen.

Tief verborgene Naturkräfte (Elektrizität, Magnetismus, Galva-nismus u. a. m.) haben die Erdkugel mit zahllosen organischen Körpernbelebt. Klima und Boden bestimmen hauptsächlich die Erzeugnisseeines Landes, haben selbst auf den Menschen Einfluß. Manche Thier-geschlechter, Hund, Ratte, Pferd, Rind, Schwein, Katze; ferner manchePflanzen, z. B. Getreide, sind fast über die ganze Erde verbreitet.Ausdauernder noch als das Thier ist der Mensch, selbst auf jedem Bo-den, in jedem Klima, so daß für diesen vielleicht keine Gegend derErde unbewohnbar ist. Am beschränktesten sind die Gattungen desPflanzenreichs, welche, wenn sie nicht durch Menschenhand verbreitetwerden, fast immer ein bestimmtes, oft enges Gebiet haben (Brot-baum, Muskatnüsse, Gewürznäglein, Zimmt, Chinarinde, Kamfer,Thee). Auch unter den Thieren haben manche nur ein kleines vater-ländisches Gebiet (Schnabclthier, Llama, Orangutang, Moschusochsc).Einzelne Thier - und Pflanzengattungen sterben aus (Mammut, Ma-stodont, Dronte); daß neue (freilich nur auf der niedrigsten Stufeder organisirten Schöpfung) entstehen, ist nicht unwahrscheinlich. Amkräftigsten zeigt sich die Natur in den tropischen Gegenden, wo nichtetwa eine der Hauptbedingungen alles Lebens, Wasser, fehlt. Dort findensich die größten Thiere, die der Mensch zum Theil unterjocht hat(Elefant, Kamel), und eine zahllose Menge von Pflanzenarten, welchedie kräftigsten Gewürze und Arzneien, die duftendsten Wohl-gerüche, die schönsten Farben, die angenehmste Kleidung, dieerquickendsten Früchte und schmackhaftesten Nahrungsmittel lie-fern; dort bringt die Natur aber auch die reißendsten und giftig-sten Thiere und Gewächse hervor. Die edelsten Metalle, diekostbarsten Steine sind ihnen vorzugsweise eigen. Spärlicher giebtdie Natur ihre, aber noch immer köstlichen Producte im reichen Maaßeder in nächsten Zone bis 45°. Von hier an hören Südfrüchte,