Preußen- Brandenburg. 229
ralsteuerdirection unterworfen, so wie das Berg- und Hütten-wesen unter besonderen Obcrbergämtern steht). Jeder Regie-rungsbezirk zerfällt in Kreise, deren jedem ein Land rath vorgesetztist, der die Civilverwaltung und Steuererhebung besorgt. Das höchsteGericht ist das Geheime Obcrtribunal, dem das Kammer-gericht und 13 Obcrlandesgerichtc, das Kammcrgericht inBerlin, das OberappellationS- und Hofgericht in Greifs-waldc und das Hofgericht zu Arnsbcrg untergeordnet sind. In denRheinprovinzcnHsind Tribunale und Appellationshöfe, undals höchste Instanz der Rcvisions- und Cassationshof in Ber-lin, so wie für das Großhcrzogthum Posen das Obcrappellations-ac richt in Posen. In den größeren Standcsherrschaftcn sind eigeneJustiz kanzlcicn. Untergerichte sind die Land- und Stadt-gerichte, Justizämter und Patrimonialgcrichtc.
I. Provinz Brandenburg.
723 Q.M. 1832 — 1,600,000 (1819 ---- 1,340,000) E. DieMark Brandenburg entstand um 1140, als Albrecht der Bar,welcher bis dahin nur die Markgrafschaft Salzwcdcl (Altmark)besaß, als Erbe des Wendischen Königs Pribislaw die Mittelmark,Prignitz und Ukermark erhielt. Im XIII. Jahrh, kam auch dieNeumark hinzu. Die Provinz begreift fast die ganze Mark Bran-denburg mit Ausnahme der Altmark und einiger Theile der Neumark,die Nicderlausitz, einen kleinen Theil der Obcrlausitz undSchlesiens und einige ehemals Sächsische Ämter. Der Boden istfast völlige Ebene, zum Theil morastig, wie in dem 6 M. langen undIHM. breiten Spreewalde, einem Bruche der von zahlreichen Ar-men der Spree durchstoßen, stark bewaldet und mit Dörfern und Hö-fen (Kaupcn, Kulten), besetzt ist, und an den Ufern der Warte undOder. Hin und wieder sind Hügel von unbedeutender Höhe, jedochzeichnet sich ein Höhcnzug, welcher aus der Gegend von Wittenbcrgüber Baruth (unter dem Namen Flcmming) nach Frankfurt zieht,durch ansehnliche Hügel z. B. den über 700 F. hohen Hagclsbergbei Belzig, den Golmberg bei Baruth — 550 F., die Höhen beiKöpenick und Raum, den Kronsbcrg (340 F.) und Arnimsberg(250F-) bei Rüdcrsdorf, die DubcrowBerge bei Fürstcnwaldc (44vF.),den Weinberg (300 F.) bei Bukow, aus. Nur die Marschgcgcndcnsind fruchtbar, übrigens herrscht der jedoch gut bebauctc, zum Theilmit großen Waldungen, mcistcnthcils Nadelholz, (3,300,000 Morgen,besonders an der oberen Havel, Warte und Spree) bedeckte Sandbo-den fast allcthalben vor. Die Oder, welche hier den SchlcfischenBob er und die Neiße, die Warte mit der Netze und die Welseaufnimmt, ist Hauptstrom. Sie bildet zwischen Wrictzcn und Oder-berg einen großen Bogen, der durch den 3 M. langen Odcrkanal(jetzt eigentliches Bette des Stromes) 1735 abgeschnitten ist; zwischenbeiden ist der Odcrbruch. In der NW. Gränze ist die Elbe,welche die Stcpcnitz und die schiffbare Havel mit der Nuthc, Spreeund Dossc (mit dem Rhin) aufnimmt und den größten Theil der