Band 
Erster Theil.
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232 Deutschland.

nagoge. Die merkwürdigsten öffentlichen Gebäude sind: daß Schloß seitdem XV. Jahrh, nach und nach erbauet, daher unregelmäßig, so wie esjetzt ist, 1715 vollendet, 460 F. lang, mit 4 Höfen, 500 Zimmern und herr-lichen Portalen, die Wohnung einiger Prinzen und der Sitz des Staats-raths, des Ministeriums und anderer Behörden, prachtvoll im Innern miteiner bedeutenden Sammlung von Ölgemälden (die Gallerie enthält alleinin 12Zimmern 631 Stück), Antiken, einem Kunst-, Naturalien-und Münz-kabinette; der Pallast, die Wohnung des Königs, mit der königlichen Bi-bliothek, der Prinzenpallast, das Schloß Monbijou mit schönem Garten,das prachtvolle Zeughaus (vor demselben 3 eroberte Kanonen aus Paris)ein Quadrat, 280 F. lang, das Opernhaus 261 F. lang, die königliche Bi-bliothek (über 400,000 Bände i» einem 258 F. langen Saale), das Univcr-sitätsgebäudc, das prachtvolle Museum, vor welchem eine merkwürdige co-lossale Granitschale (22 F. im Durchmesser) steht, die Königswache, Börse,Münze, das Gebäude der Akademie der Wissenschaften mit der Sternwarte,das Schauspielhaus, 1819 erbauet, der Pallast der Königin der Niederlan-de, der Pallast der Prinzen Karl, Wilhelm, August und Friedrich; dasLui-scnstift, das Kammergericht, die Reitakadcmie mit der Rüstkammer, das La-gerhaus, die älteste Residenz der Kurfürsten, Sitz des RcvistonS- und Cas-sationöhofe^, das Fürstenhaus, das schöne Proviantmagazin, die Artillerie«und Ingenieurschule, das TadcttcnhauS, das Gebäude des Gewerbinstituts,das Rathhaus. Berlin ist die Residenz des Königs und der Sitz der höch-sten Staatsbehörden, des Obcrpräsidcntcn, Consistoriums und Kammerge-richts, der Obcrberghauptmannschaft, Generalmünzdircctivn, Generalsteuer-direction u. a. Wichtige Fabriken und Handelsgeschäfte, eine Börse, Bank,Seehandlungösvcictät; jährliche Ausstellung der Preußischen Fabrikate. Diewichtigsten Fabrikwaaren Berlins sind außer andern Seiden- und Baum-wollwaaren, Tuch, Fußtcppiche, Leinewand, Tapeten, Papier (eine Fabrikliefert Papier ohne Ende; sie kann täglich 100 Rieß verfertigen), Leder,lakirte Waaren, Gold-, Silber-, Bronce- und plattirte Waaren, chirurgi-sche, mathematische, optische, musikalische u. a. Instrumente, chemische Fa-brikate (14 Fabriken) in großer Vollkommenheit; besonders bemcrkenswerthaber sind: die königliche Eisengießerei, 1803 angelegt, welche jährlich fast30,000 Ztr. Eisen verbraucht; die königliche Porzclanfabrik, schon 1757 alsPrivatanstalt angelegt, welche gegen 400 Arbeiter beschäftigt, jährlich etwa420,000 Stücke liefert und jährlich allein 600 Mark Gold gebraucht; dieFabrik des weißen Gesundheitögeschirrs; die Eckardsteinschc Stcingutfabrik,die Feilnersche Ofenfabrik; die Maschincnbauanstalten; vor der Stadt diekönigliche Salpctcrraffinerie und Pulverfabrik. Reich ist Berlin an wissen-schaftlichen und Bildungöanstalten. DicUniversität(183v—1780 Studenten),1810 gestiftet, mit zahlreichen Anstalten und Sammlungen, Akademie derKünste und Wissenschaften, Sternwarte, 6 Gymnasien (zum grauen Kloster,das Joachimsthalsche, Französische, Friedrichswerdcrsche, Friedrichs Wilhelmsund Realgymnasium, letzteres 1824 gestiftet), Seminar für Stadtschulen,Bauakademie, Bcrginstitut, mehre Gesellschaften für wissenschaftliche Zwe-