Band 
Erster Theil.
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Preußen. Iülich Kleve Berg.

1,100,000 Einwohner. Die Provinz begreift das Gebiet des unterenRheines bis zur Niederländischen Gränze, in einer Entfernung von1 bis 8 M. zu beiden Seiten des Stromes. Der Boden ist' daherin der nördlichen Hälfte völliges Tief- und Flachland, ein Theil derN. Deutschen Ebene, theils fruchtbar, besonders in W. des Rheins,theils sandig und morastig. Die südliche Hälfte erhebt sich in W.schon zum Hochlande der Eifcl, dieser gegenüber in O. ist das Sic-bcngebirge (ein Zweig des Wcsterwaldcs), in S. der Siegund am Rhein — 1 Q. M., mit Spuren alter Vulkane. Die höch-sten Spitzen des Gcbirgs sind der Löwcnberg mit den 1829 zu-sammengestürzten Bergtrümmern — 1450 F. (nach Benzcnbergs baro-metrischen Messungen; nach Thomas dagegen fast 2100 F.), der Öl-berg — 1450 F. (2000 F.), die Wolkenburg — 1020 F. (1650 F.),der Drachcnfcls, unmittelbar am Rhcinc, — 1000 F. (1650 F.),Nordöstlich davon ist die Fortsetzung deß Westfälischen Hochlandes,Zweige der Saucrländischen Gebirge; zwischen Ruhr und Sieg,zerrissene Bergketten, mit tiefen, engen Thälern und dürftigem Acker-boden, höchstens 1600 F. hoch. Der Rhein, der am Sicbcngebirgedie letzte Stufe des Hochlandes durchbricht, dessen Wasserspiegel beiKönigswintcr noch ISO F. hoch ist, fließt anfangs noch zwischen Hü-gelketten, von Düsseldorf an (— 100 F. hoch) aber, durch eine völligeEbene, so daß seine Ufer von dort an durch Dämme geschützt werdenmüssen; er dehnt sich zu einer Breite von 2 bis 3000 F. aus, bildeteinige Inseln und nimmt, mitAusnabme der zur Maas fließcndenNicrs,alle übrigen Gewässer der Provinz auf, von denen die östlichen, die Siegmit der Agger, die Wipp er oder Wupper, Düssel, Ruhr(von Hcrdecke an 14^ M. schiffbar, mit 19 Schleusen) Em scher undLippe von den Westfälischen Gebirgen kommen. In W. ist die aufder Eifel entspringende Erst. Unter mehren kleinen Kanälen in N.bemerken wir die ioWN LuAkminna zwischen Maas und Rhein, schonvor 200 Jahren angelegt, nie vollendet, jetzt verfallen, den mit demsel-ben in Verbindung stehenden Nordkanal, von Napoleon 1806 zurVerbindung der Maas und des Rheins angefangen, aber nicht vollen-det, im Kreise Kempen fahrbar, bei Rcuß in den Rhein gehend, undden Spoygrabcn von Klcne zum Rhein, ^ M. lang. Der Bodenliefert Getreide (darunter auch Spelz und Buchweizen), viel Flachs,Rübsaamcn, Taback, am linken Rheinufer noch etwas Wein,schönes Obst; bedeutende Waldungen. Die Rindvichzucht istgut; es giebt Wild und viele Fische. Das Mineralreich enthälthier außer Steinkohlen, Eisen (in N. auch Rascneisen), Blei,Bausteinen, Mühlsteinen, Pfeifcnthon und Alaun wenigErhebliches. Höchst wichtig ist die Industrie. Die Eisen-, Mes-sing-, Strumpf-, Seiden-, Baumwoll-, Band-, Leder-,Tabacks-, Steingut- und Pulverfabriken zeichnen sich aus;auch Ölmühlen giebt es in Menge. Die Bevölkerung ist so stark,daß in einigen Gegenden, in Berg, auf I Q. M. 8 bis 12,000 Men-schen leben, die natürlich nur durch Fabrikflciß, zum Theil kümmerlich,leben können, daher denn auch die große Noth in theuren Gctrcidcjah-rcn. Unter den E. sind 320,000 Protestanten, fast alle in N.,

Volger's Handb. IrTH. 3teAufl.

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