Band 
Erster Theil.
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274
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274 Deutschland.

darunter 900 Mcnnoniten, 10,000 Juden. Die NachbarschaftFrankreichs, und der Niederlande wirkt auf Sitten und Sprache ein.

1) Regierungsbezirk Düsseldorf — 97 Q. M. 71V,vüü E., unter de-nen 260,vüv Protestanten, darunter 9VV Mcnnoniten, 6VVV Juden. Aufeiner Q. M. leben also gegen 7vvo, ja iu den Kreisen Elbcrfcld, Solingenund Lenncp über 12,üvo Menschen. Ausgezeichnet ist die Industrie diesesBezirks; man zählt 527 Woll-, Baumwoll- und Scidcnfabriken, 183 Ger-bereien, 157 Eisen- und Stahlfabrikcn, 16» Eisenhammer, 127 Färbereien,56 Zcugdruckereicn. Einthcilung in 13 Kreise:

») Hcrzogthui» Berg. Nach dem Aussterben der ältesten Grafenvon Berg (1318) siel dies Land an einen Prinzen von Jülich und ward1380 Herzogthmn, mit welchem 1423 auch Jülich verbunden wurde. DieHerzöge starben 1511 aus und Berg und Jülich fielen an die Herzöge vonRleve. Als 1609 die regierende Familie erlosch, nahmen die Kurfürstenvon Brandenburg und Pfalz deren Gebiete, zu denen auch Mark und Ra-vcnsbcrg gehörte, nach langem Kriege 1624 in gemeinschaftlichen Besitzund theilten sie 1666 unter sich. Berg kam an den Ersteren, bei dessenNachkommen es blieb, bis es im Jahre 1806 vom Könige von Baien, anFrankreich abgetreten wurde. Es bildete nun die Hauptprovinz des am15. März 1806 gestifteten Großherzogthunis Berg, welches das Hcrzog-thum Berg, das Bisthum Münster, die Grafschaften Mark, Lingen, Teck-lenburg, Bentheim, Dortmund, die Fürstenthümcr Rhein« Wolbcck, Lcinin-gen Westerbnrg, die Stifter Essen und Werden n. a. (3VV Q.M. 9vü,v0v E.)umfaßte, und dessen Regent der Marschall Murat wurde, der es bis 18V8besaß. Im folgenden Jahre (3. März 1809) ward der damalige Rron-prin; von Holland Großherzog, durch den Wiener Cvngreß kam es 1815an Preußen. — ch Düsseldorf (ivv F.) am Scheine, welche hier die Düssclaufnimmt, in völliger Ebene, 3V,5VV (1787 ^ 88vv, 1801 — 19,000) E.,von denen in der Stadt selbst aber nur 22,000 wohnen, und nnter denen3800 Protestanten. Eine der schönsten Rhcinstädtc; besonders zeichnet sichdie von 1690 bis 1716 angelegte Neustadt und die erst seit 1787 angelegteRarlostadt durch regelmäßige Straßen und herrliche Gebäude aus; dieFriedrich Wilhelms Straße. Die alten Festungswerke sind 1802 abgetra-gen. Schönes Schloß, von dem aber seit dem Bombardement der Franzo-sen (1794) nur noch ein Flügel steht; Lambertikirche mit dem prächtigenmarmornen Mausoleum einiger älteren Landeöfürffen, die schöne ehemaligeHof- oder Jcsuitenkirche mit der Fürstengruft, die Maximilianskirche, dasehemalige Jcsuitercvllegium, jetzt Regicrungsgebüude, die Residenz, (derehemalige Marstall), das Jnstizgebäudc, das Gymnasium, Salzmagazin, diegroßen Casernen, das Galieriegebändc, das Gonverncmentshans, der schöneHofgartcn neben dem Schlosse Jägcrhof und dem botanischen Garten.Der Markt und der Schloßplatz mit den Bildsäulen des Kurfürsten Jo-hann Wilhelm von der Pfalz geziert. Sitz der Regierung, Oberlandcsge-richt. Akademie der Wissenschaften und Künste, 1777 gestiftet, seit 1822bloß Kunstakademie und Bauschule. Von der 1690 gestifteten berühmten