Band 
Erster Theil.
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Deutschland.

1. Frankfurt am Main.

Größe --- 2^ Q. M. Nachbarstaaten sind Kurheffen, Hessen Darm-stadt und Nassau. Schon 1151 war Frankfurt eine reichsfreie Stadt.Unter den 56,000 E. sind etwa 6000Katho l ike n, 2000 Reformirte,6000Juden. Berfassung ist aristokratisch demokratisch. Die gesetzge-bende Behörde besteht aus 91 Senatoren (20) und Bürgern, die voll-ziehende Macht hat der Senat, der aus 2 Bürgermeistern, 2 Syndi-ci- und 11 Schöffen und Senatoren besteht.

Die Stadt Frankfurt liegt am Mai», 47,000 E. Sie ist unregelmä-ßig gebauet, aber in einzelnen Theilen, besonders seit Abtragung der Fe.stungswcrkc, sehr verschönert und hat manche prachtvolle Gebäude. Ausge-zeichnet sind besonders die neue» Thore, die Anlagen auf den ehemaligenWällen und Stadtgräben; unter den Straßen die Zcil, Bellcvue, Stein-weg, die Allee und der Rvßmarkt. Zu den merkwürdigsten Gebäuden ge-hören: das Rathhaus, der Römer genannt, ein altcrthiimliches unregelmä-ßiges Gebäude, mit dem Wahlgcmache, in welchem die Kaiserwahl ehemalsberathen ward, und der Goldenen Bulle; der Saalhof, zum Theil vontausendjährigem Alter, eine alte kaiserliche Pfalz, seit 1717 fast ganz er-neuert. Die Dartholoiiiäikirche oder der Dom, in welchem die DeutschenKaiser gewählt und, wie frühcrhin in Aachen, auch gekrönt wurden, mitder alten Wahlkapellc und dem Grabmale des Deutschen Königs Günther;die Lconhardskirche mit kunstreichem Gewölbe; der Thurn und TaxischePallast, mit 140 Zimmern, Sitzungsort des Deutschen Bundestages, pracht-voll im Innern; das Biblivthcksgebäude, der Marstall, das ehemalige Zeug-haus, jetzt Kaufmannsgewölbe, das Senkcnbergischc Hospital, das prächtigeJudenhospital, das Irrenhaus, das Haus zum Braunfcls, die Börse, daSSchauspielhaus, das ehemalige Deutsche Ordenshaus in der am linkenMainufer liegenden Vorstadt Sachscnhausen mit 5000 E., zu der eineVSO F. lange Brücke führt. Unter den 12 Kirchen find 3 katholische. Dieneue protestantische Hauptkirche zu den Barfüßern wird erst vollendet. Sitzdes Deutschen Bundestages, eröffnet 5. Novbr. 1816. Gesellschaft für Deut-sche Geschichte, zur Beförderung der Künste und Wissenschaften, für Na-turgeschichte (Scnkenbcrgische Stiftung seit 1817 mit wichtige^ Sammlun-gen), für Deutsche Sprache, zur Bekehrung der Juden; musikalische Aka-demie; das Museum, ein Verein von Gelehrten, Künstlern und Kunstlieb-habern mit sehcnswerthen Sammlungen; das Städclschc Kunstinstitut, derBethmannsche Antikensaal; Gymnasium, große Bürgerschule, medizinischeAnstalt, Sonntags- und Kunstschulen,. Jüdische Schule; Bibliothek, bota-nischer Garten, viele und wichtige Privatsammlungcn. Handels-- und Ge-werbcverein. Handel, Messen und Wcchselgcschäfte sind bedeutend, auchgiebt es mancherlei Fabriken. Eine der ältesten Deutscher: (die erste er-schien in Venedig 1536, in Deutschland 1612) Zeitungen seit 1615 understes Jnteliigcnzblatt 1722. Göthe geb. 1749. Schöne Anlagen der Umgegend und prächtige Gartenhäuser. Denkmal der hier 1792 gegen dieFranzosen gebliebenen Hessen und des Prinzen von Hessen Philippschal.