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Schweiz.
damit bedeckten Berge Firn er; von ihnen herab kommen die Glat-sch er und Eismeere oder Eisfelder, deren größte Ausdehnungim ganzen Alpengebirge zwischen Grindelwald und Wallis ist, wo sieeinen Raum von 8j Stunden Lange und 4^ Stunden Breite bedecken.Da wo die Sonnenstrahlen noch so viel Kraft haben, daß die körnigeSchnecmasse des Firns erweicht wird, aber durch die nächtliche Kältevöllig hart wird (zwischen 7400 und 7600 F. hoch), entstehen dieGlätscher, deren oft bis 200 F. dicke Massen sich selbst bis zu einerTiefe von 3200 F. in die Tbäler Hinabziehen (der Rhoneglätscher reichtbis 5500 F., der Viescherglätscher bis 4150 F., der Oberaarglätscherbis 7000 F., der obere Gcindelwaldglätscher bis 4000 F., der untereGcindelwaldglätscher bis 3200 F.) und oft unmittelbar neben Wiesen,Feldern und Gärten enden, wohl gar allmählig in diese eindringen.Die Glätsckermasse ist kein festes Eis, sondern ein inniges Gefüge einbis zwei Zoll langer Eiskristalle. Höchst merkwürdig ist das in einerReihe von Jahren beobachtete Vorrücken der Glätscher, jährlich 20 bis60 F., und das in anderen Perioden wieder Statt findende Zurückwei-chen, so wie die ganz ausgemachte Erscheinung, daß der Glätscher alleunorganische Körper, die in seinen Bereich kommen, selbst die größtenFelsenblkcke an seine Oberfläche bringt, sogar auf natürlichen Eissäulenin die Höhe bebt, dagegen jede organische Masse, ganze Thierkörper,wie einzelne Blätter und Jnsecten in sich versenkt. Durch das Aus-stößen unorganischer Körper treibt er Steine und Bergschutt bei seinemdurch innere Ausdehnung bewirkten Vorrücken gleichsam vor sich herund bildet .so die sogenannten Glätscherwälle oder Murren.Noch muß auch die rosenrotbe Decke, von einer mikroskopischen Pflan-zengattung (I'slmelln nivali8) gebildet, bemerkt werden, die oft weiteStrecken des Firns bis 9000 F. Höhe überzieht, so wie eine äußerstzarte schwammartige Pflanzenmaffe, die stellenweis auf dem Glätscherselbst sich findet. Tiefe Spalten, oft durch eine schwache Schneekrustebedeckt und steile Eiswände machen die Ersteigung der Glätscher gefähr-lich, oft unmöglich. Durch das von unten schmelzende Eis derselbenbilden sich zahlreiche kristallhelle Gewässer, die in tausend Bächen vonihren Rücken Herabströmen, die bald brausend durch dunkle Schlündedahertoben, bald in lieblichen Silberfäden hohe Wasser fälle bilden,endlich als fischreiche Flüsse und Flüßchen die Thäler durcheilen undeiner Menge großer und kleiner Seen Zu- und Abfluß geben. DieSchweizergebirge bieten die erhabensten Naturschönheiten dar; die grau-sige, öde Wildniß ihrer höheren Theile erfüllt die Seele des Wanderersmit schaurigen Gefühlen, während der reizende Anblick der schönenThäler wonnig zum Herzen spricht. Furchtbar sind aber auch die Er-eignisse, die von Zeit zu Zeit die Einwohner in Schrecken setzen undVerderben um sich her verbreiten: so die alles zermalmenden Lauinen(Lauwinen, Lawinen^ Lähnen), die sich aber nicht auf den höchsten Gi-pfeln, sondern in der Gegend über der Waldregion bilden, und dienoch schrecklicheren, nicht seltenen Bergstürze, durch welche z. B.1584 die Städte Eorbcrie und st) vorne im Waadtlande, 1714 daSLucerne Thal in Wallis, 1618 Plurs und Ebitau an der Ita-lienischen Seite der Alpen, 1673 Casaccia in Graubündken, 1806