Band 
Erster Theil.
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465
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Korsika.

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XU. Korsika.

Durch die etwas über 1 M. breite Straße BonifaciuS vonSardinien getrennt, — 178 Q. M. 190,000 E. Sehr gebirgig undwaldreich, 18 M. von Frankreich, I I M. von Italien entfernt. ZweiBergketten, deren höchste Gipfel ganz kahl und wenigstens den größtenTheil des JahrS hindurch mit Schnee bedeckt sind, durchstreichen dieInsel von S. nach N. und bilden in S. das Eap Eala Fiumara(4l"2I^N.), in N. Eap Tolace (43°N.); der Monte Roton-do — 8300 F., P a g a l i a O r b a — 8100 F-, Cards- 2500 F.,Cinto — 7900 F. Fruchtbare Thäler. Die O. Seite der Insel hateine flachere Küste als die W. Seite; auf jener finden sich daher La-gunen und Sümpfe, welche die Umgegend ungesund machen; übrigensist die Luft sehr gesund und mild, nur auf den Höhen der Gebirgerauher, im Winter sehr stürmisch. Hauplflüfse sind der Liamoneund Golo; jener fließt nach W., dieser nach O.; sie entspringen, wiedie bedeutendsten anderen Flüsse aus Seen im höchsten Theile derGebirge. Die Produkte sind die gewöhnlichen Mittclitaliens: Süd-früchte, schöner Wein, Öl, Reis, Baumwolle, Flachs,Hanf, Kastanien, Getreide, vorzügliche Fichtenwaldungen,gutes Eisen und andere wenig benutzte Metalle; auf den Gebirgenlebt der Muflon (das wilde Schaf), die Viehzucht ist sehr bedeu-tend; das Schaf hat gewöhnlich vier Hörner; Bienenzucht. ImMeere sind Korallen; auch See salz wird in den Lagunen der Ö.Küste bereitet. Wichtig ist der Thunfisch- und Sardcllenfang.Man findet außer Eisen, Silber (?), Blei und Spicßglanz,aber der Bergbau ist nicht bedeutend. Schöner Marmor, Asbest,Pfcifcnthon. Zahlreiche Mineral- und warme (bis 45" R.) Quellen.Die E. sind die rohcsten aller Italiener, in manchen Gegenden fastHalbwilde; Industrie ist wenig bekannt, selbst die gewöhnlichen Hand-werke fehlen häufig; man bearbeitet etwas Eisen und webt Woll- undLcinenwaarcn. Ackerbau und Viehzucht werden schlecht betrieben (dervierte Theil der Insel, völlig guter Boden, ist ganz unbenutzt, über Hist Wald oder Ackerland), Räuberei ist in den Gebirgen zu Hause,und Mord keine Seltenheit, denn Blutrache ist alte Sitte. Reichist die Küste an guten Häfen. Wandalen, Goren, Griechenund Araber waren nach einander Herrn der Insel. Seit 1284stand sie unter der Herrschaft der Genueser, die sie den Pi sauernentrissen hatten und 1768 an Frankreich abtraten, nachdem die E.seit 1729 in steter Empörung gewesen waren und 1736 einen BaronNeuh of zum König (Theodor) erwählt hatten. Auch gegen die Fran-zosen kämpften die E. unter ihrem Anführer Paoli 1793 und un-terwarfen sich 1794, wiewohl vergeblich, der Englischen Herrschaft.Jetzt macht die Insel ein Departement des Französischen Reichs.

ch Ajaccio (ajadscho), Seestadt, 7500 E. Sitz des Präfectcn, einesBischofs und Gerichtshofes. Schifffahrtsschulc, Bibliothek. Napoleon Bo-naparte geb. 1769. — ch bastln, Seestadt, 9500 E., zum Theil an einemBerge gcbanct a» der O Küste; hat einige Fabriken. — Sem Bonifacio

Volger's Handb. IrTH. ZtcAufl. 3l>