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Portugal.
ri chs des Seefahrers (j-1460) neue Entdeckungen an derW.KüsteAfrikas hob sich durch neuen Länderzuwachs auch an der O. Küste Afrikasnach der Umschiffung des Vorgebirges der Guten Hoffnung (1497) unddurch die nach Entdeckung des Seeweges nach Ostindien (1498) da-selbst erworbene Macht, so wie durch die Besitznahme Brasiliens (1654),besonders unter Portugals glänzendsten Regenten Emanuel (chl521)dem Großen, Macht und Ruhm des Landes. Beides ging verlo-ren als Spanien nach dem Aussterben des Neuburgundischen Hauses(1580) das Land in Besitz hatte, und es traten die Niederländer alsglückliche Handelsnebenbuhler der Portugiesen auf. Johann IV.,Stifter des Hauses Braganza, endigte (1640) die Spanische Herr-schaft. Schwache Könige ließen das Reich immer ohnmächtiger werden,und den kräftigen Schritten des Ministers Pombal (1750—1777)stand Adel und Geistlichkeit im Wege. Portugal schloß sich seit 100Jahren stets an England und dadurch ward sein neuestes Geschick be-stimmt. Bonaparte's Eroberung trieb 1807 den damaligen Regen-ten (seit 1816 König) Johann VI. nach Brasilien. Aufstand derNation gegen die Eroberer und glücklicher Kampf bis 1814. DerKönig kehrte nicht wieder, Portugal schien eine Provinz Brasilienswerden zu sollen und stand unter alleinigem Einflüsse Englands. Daerhoben sich Unruhen 1820 ; der König kam zurück und beschwor
1821 die neue der Spanischen ähnliche Verfassung, die aber 1823wieder aufgehoben wurde. Nach Johanns 1826 erfolgtem Tode gabendlich der gesetzliche Thronfolger, der Kaiser von Brasilien (das sich
1822 für unabhängig erklärt hatte), Peter I., durch Englands Ver-mittelung dem Staate eine neue ständische Verfassung, bestätigte dievon seinem Vater ernannte Regentschaft der Jnfantin JsabellaMaria (geb. 1801) und erklärte seine Tochter Maria (geb. 1819),seit 1826 mit seinem Bruder DomMiguel, geb. 1802, verlobt, zurkünftigen Königin; 1828 machte sich aber Miguel, der zum Regentenernannt war, zum König und schaffte die von ihm bcschworne Eonsti-tution ab. Nur Spanien hat ihn bis jetzt als König anerkannt, wäh-rend auf der Insel Terceira (1832 in Oporto) eine Regentschaft derKönigin Maria ihren Sitz hat. Die königliche Macht ist durch Stände(Cortcs, die borhin schon bestanden, aber seit 1697 nicht zusammenbe-rufcn waren) beschränkt. Die herrschende Religion ist die katholi-sche; jedoch wird jede andere geduldet. Klöster waren 1822 noch ge-gen 500 mit mehr als 10,000 Personen. Die höchsten Staatsbehör-den sind derStaatsrath, Kriegsrath, Rath des Pallastes,zwei Oberappellationsgerichte. In den Städten und einzel-nen Bezirken sind die Obcrrichter (Eorrcgedores), und Richter. DasReich ist außer den Inseln in 6 Provinzen getheilt, von denen 5 dasKönigreich Portugal, eine das Königreich Algarbien bildet.
I. Königreich Portugal.
1) Provinz Estremadura — 460 Q. M. 750,000 E. DerBoden ist größtenthcils gebirgig, von NO. nach SW. lauft die Fort-