Band 
Erster Theil.
Seite
495
JPEG-Download
 

Estremadura.

495

setzung des Estrclla Gebirges in Beira, mit steilen, dürren Kalk-und Sandstcinbcrgen und sendet verschiedene Seitcnzweige durch dasLand; in W. der Mündung des Tejo ist das romantisch wilde Gra-nitgebirgc von Eintra, welches im Vorgebirge daRoca endigt. InS. des Tejo sind dürre Heiden, zum Theil Sümpfe, in ihnen erhebtsich das Gebirge Arrak ida, welches im C. Espichcl (tschcll) en-digt. In vielen Gegenden ist ungemcine Fruchtbarkeit, andere finddürre und unangcbauct. Hauptfluß ist der Tejo, aber nur bis Abran-tes, etwa 2stM. weit, schiffbar, in seinem unteren Laufe mit vielenInseln (Lizirias) versehen; er nimmt den Zezcre (seserc), Sor-raya und Canha (kanja) auf. Hauptproducte sind Wein, Öl,Südfrüchte, Getreide, Korkeichen; selbst die Sandcbencn sindmit Cistus, Rosmarin, Mirthcn und andern schön blühenden und duf-tenden Pflanzen bedeckt. Viehzucht ist nicht von Bedeutung; außerMarmor und See salz wird kein Mineral gewonnen, doch findetsich hier die einzige Salzquelle des ganzen Landes. Steinkohlen sindunbenutzt. Erdbeben haben diese Provinz stets am meisten beun-ruhigt.

Lissabon, Lisboa, am Tejo, 250,000 §., unter denen viele Neger»nd Mulatten. Sie breitet sich in schmaler Form eine Meile lang amUfer des in W. 2 M. breiten Flusses, der sich aber wieder bis auf 1 M.verengt, in einer hiigelreichen Gegend aus und wetteifert in reizender Lagemit Neapel und Ävnstantinopcl. Sie ist ohne Mauern und Thore undschließt drei Hügel ein, zwischen denen die Straßen liegen, die in einigenGegenden noch von Gärten und Feldern unterbrochen werden. Die Neu-stadt ist seit dem furchtbaren Erdbeben, 1. Nvv. 1755, sehr regelmäßig er-bauet und bildet einen prachtvollen Stadtthcil. Dort ist der Handelsmarkt<Io commercio), K00F. lang, mit der ehernen kolossalen Reuter-bildsäule Königs Josef's I- geschmückt, mit schönen Kaien am Ufer desTejo, an drei Seiten von der Bibliothek, Dorfe, dem Zollamte, demIndischen Hause, Regierungsgebäude, Arsenal und anderen prächtigenGebäuden eingeschlossen. Ein anderes großes Gebäude, 2400F. lang, trenntihn vom 1800 F. langen Rocio (rvßiv), an welchem das ehemalige Inqui-sitionsgebäude und das große Hospital liegt. An ihn gränzt der Gbstmarkt(1>raoa <>--> liKiwirir), der mit Buden und Bäumen besetzt ist. Außer diese»giebt es noch den ansehnlichen <io I'olvrim und verschiedene andereöffentliche Plätze. Die nördlichen und östlichen Theile der Stadt sind un-regelmäßig, mit engen krummen Straßen, die zum Theil sehr steil die Hü-gel hinanlaufcn. Es giebt zwar große und prächtige Gebäude, aber wenige,die sich durch Schönheit auszeichnen; die Kirchen namentlich sind wedergroß, noch geschmackvoll, wiewohl meistentheils im Innern prachtvoll ge-schmückt. Zu bemerke» sind die patriarchalkirche, die auf einer Anhöheerbauet mit ihrer Kuppel über alle anderen Kirchen hervorragt, die NeueKirche, die des heil. Rochus, welche durch die mit kostbare» Steinen undMosaik geschmückte von Johann V. erbauete Kapelle merkwürdig ist, Rlo-ster und Rirche zum Herzen Jesu, mit prächtiger Marmvrkuppel, die