Frankreich.
5VS
lichen Deutschland, mit nicht strenger Winterkälte, herrscht fast imganzen übrigen Frankreich, selbst in den nördlichen Gegenden verhütetdie dort feuchtere Lust einen hohen Kältegrad. Dagegen sind die anSO. Provinzen oft herrschenden N. Winde, Mistral und Bise,höchst rauh und bei dem sonstigen Wärmegrade der Luft desto empfind-licher; überhaupt hat das südliche Frankreich im Allgemeinen keines-wegs die stets milde Luft des nördlichen Italiens, mit dem eS in glei-chem Breitengrade liegt,
Das wichtigste Product des Landes ist Wein, besonders in derS. Hälfte, Guyenne, Gascogne, Languedoc, Burgund, aber auch inChampagne; kaum 12 Departements sind ganz ohne Weinbau; Weineerster Klasse liefern die Departements Cote d'Or, Gironde, Dromc,Lstpyrenäcn, Obecrhein und Marne. Apfel und Birnen zieht Bre-tagne und Normandie in großer Menge, daher dort starke Obstweinbc-reitung, vorzügliche Pflaumen besitzen die Departements Jndre undLoire, Avcyron und Unteralpcn, Kirschen besonders in den Vogcsen,Kastanien, zum Theil als Ersatz des Getreides in den DepartementsObcrvicnne, Eccuse, Cantal, Lozere und Ardechc; der Ölbaum gedei-het vorzüglich in der Provence, wo auch Südfrüchte, Kapern,Pistazien und Mandeln gebauet werden; sehr wichtig ist in den süd-lichen Gegenden der Mau lbcecbaum; Waldungen hat Frank-reich in den Gebirgsgegenden von bedeutendem Umfange, aber in vie-len Gegenden ist Holzmangcl; Getreide wird ebenfalls in einigenGegenden in Überfluß gebauet (Picardie, Bercy, Languedoc, Dauphi-ne), große Strecken aber sind dem Ackerbau nicht günstig; Buch-weizen findet sich häufig, Mais nirgend in bedeutender Menge,fast allcthalben mehr Weizen als Rocken; Flachsbau ist sehrwichtig, besonders in Normandie, Bretagne, Picardie uud Artois;Hanf wird ebenfalls viel gebauet, am meisten in Bretagne, Lothrin-gen, Dauphine, Languedoc und Champagne; Taback darf als Mono-pol der Regierung nur in den Departements Finisterre, Lot und Ga-ronne, Norden, Ober- und Niederrhein gebauet werden; Ölpflanzen(Rübsaamen, Raps und Mohn) sind in den Departements Niederscine,Norden, Pas de Calais, Marne, Oise, Ober- und Niederrhein wich-tig; Fär bepflanzen (Safran, Waid, Krapp, Wau) vorzüglich inden Departements Rhonemündungcn, Herault, Loiret, Lot und Garon-nc, Vaucluse, Ober- und Niederrhein und Norden, Hopfen nur vonBedeutung in den Departements Norden, Pas de Calais und Som-me; derKartoffelbau hat sich seit 30 Jahren über das ganze Landverbreitet; Hülsenfrüchte werden viel gezogen, am meisten in denDepartements Aisne, Runkelrüben zur Zuckerbcreitung in den De-partements Cote d'Or, Jndre und Loire und Niederrhein; Zichorienhaben die Departements Norden und Pas de Calais in Menge, Trüf-feln und Champignons finden sich besonders in den mittleren undsüdlichen Departements. — Das Thierreich ist in Frankreich nichtso wichtig; nur wenige Gegenden zeichnen sich durch Viehzucht ausund an Wild ist kein Überfluß. Pferde werden von guter Rasseund in Normandie, Limousin, Bretagne und Flandern gezogen; Poi-