Band 
Erster Theil.
Seite
507
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Einleitung. 507

14 Mill. Rthlr.), bis zur Oise bei la Fere. Mehre kleinere Kanäledurchkreuzen außerdem Flandern. Seine und Loire vereinigen ver-mittelst des Loing die beiden Kanale vonOrleans (9M. lang) undBriare (7M. lang), welche bei Montargis in den Kanal des Loing(7M. lang, 1724 beendigt) zusammenstoßen; Kanal von Briareund Orleans; die Seine mit der Saone der Kanal von Burgundoder Dijon vermittelst der Nonne; er durchschneidet die Cote d'Or undhat eine Länge von 31 M. und ist wahrscheinlich noch nicht vollendet.Der Kanal des Mittelpunkts oder von Eharolles in S. Bur-gund (—15M.), 1791 beendigt, mündet bei Ehalons in der Rhoneund bei Digoin in der Loire; er hat 81 Schleusen. Eine der neuestenAnlagen ist derKanal des Doubs, sonst Monsieur, der in 4 Abthei-lungen die Saone, den Doubs, die Ist und den Rhein (letzteren erreichter bciHüningen, die Jll bei Stcasburg) verbindet, erst 1832 ganz voll-endet und über 40 M. lang ist. DerKanal der Jlle und Rance(10 M. lang) verbindet St. Malo mit der Vilaine. Der durch seinenNutzen wichtigste und durch Größe merkwürdigste Kanal ist der Süd-kanalinLanguedoc. Er verläßt die Garonne in der Gegend vonToulouse und mündet bei Ecttc im Golf de lion. Seine Länge be-trägt 32 M., seine Breite 62 F., und sein 600 F. hoher Fall ist auf62 Schleusen vertheilt. Er ist über 55 kleine Flüsse und Bäche undüber 500 F. weit durch einen Berg geleitet. Um ihn stets mit demnöthigen Wasser versorgen zu können, bildete man außer anderen Was-serbehältern aus einem Theile bei St. Ferreol, 7200 F. lang und3000 F. breit, durch Aufführung einer 200 F. dicken aus Steinblöcken er-baueten, im Innern mit einem gewölbten Gange versehenen, über 100 F.hohen Mauer ein Decken, in welches die Quellen der Gegend sich zueiner eine Million Kubikfuß enthaltenden Wassermasse sammeln, diedurch 2 Schleusen und drei 9 Zoll dicke Röhren in den Kanal gelas-sen wird, aber erst in 6 Wochen abfließen kann. Der ganze ungeheureKanalbau wurde nach scchszehnjährigcr Arbeit und mit einem Kosten-aufwand? von 3 Mill. Rthlr. 1681 vollendet. Außer diesen giebt esnoch mehre kleinere Kanäle bei S edan, St. Dcnis, Paris, Reu-ncs, Veaucairc, Arlcs, inBcrry, Lothringen, Flandern,Gascogne u. a. — Stehende Gewässer von einiger Bedeutung hatFrankreich gar nicht, man müßte denn die Küstensecn des Mittclmec-rcs und in Gascogne, die aber bloße Lagunen sind, dahin rechnen,wie den See von Thau, in welchen sich der Südkanal ergießt, undder See von Bcrrc in der Provence. In Auvergne ist ein kleinerBcrgsce, Alegre, und mcbrc merkwürdige Gewässer dieser Art findensich auf den Bogcsen in bedeutender Hohe und von großer Tiefe, z. B.der GeradmcrScc, über 2500 F. hoch, 90 F. tief; dcrSchwarzeSee, H Stunde im Umfang, soll 1080 F. tief sein.

Frankreichs Klima geht von Sizilischcr Hitze zu NorddeutscherNauhhcit über; jedoch ist die eigentlich warme Region nur an der S.Seite der Gebirge am Mittelländischen Meere, wo die Sommer denenvon S. Italien gleich sind, ohne die milden Winter, denn das Erfrie-ren der Obstbäume ist dort nicht unerhört- Milde Luft, wie im süd-