Band 
Erster Theil.
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Frankreich.

Römern und Germanen (besonders Franken und Burgundern) ab-stammend, wie ihre Sprache beurkundet, in welcher sich die Dialektevon Provence und Languedoc besonders auszeichnen. Die Zahlder Deutschen, besonders in Elsaß und Lothringen, beträgt etwa 3 Mill.Die Bretagner (Brcyzads) stammen von alt Brittischen Flücht-lingen des V. Jahrh., daher noch ihre Volkssprache eine Mischung derFranzösischen und Galischcn Sprache, äbnlich dem Kymrischen in Eng-land; so wie die Basken in den Arrondiffements Mauleon undBayonne im Departement der Niederpyrenäcn gleiche Sprache mitihren Stammverwandten in Spanien reden. An den Gränzen vonItalien und Spanien wird häufig Italienisch und Spanisch ge-sprochen, in Flandern und Hcnncgau Flamä irdisch. In den Pyre-näen Zigeuner und EagotS, letztere eine Art Cretins, ein physischund moralisch traurig entartete Menschcngattung. — Die Religionder Mehrzahl der Einwohner (eine herrschende Staatsccligion giebt esseit >830 nicht mehr) ist die katholische, doch zählt man im Lande4jMill. Pkotcstantcn, besonders in Elsaß und Südfrankreich, die,wie die 65,000 Juden und 4000 Herrnhuter und Quäker freieRcligionsübung und völlig gleiche bürgerliche Rechte mit den Katholi-ken genießen (Guizot, ein Protestant, >832 Minister für das Schul-wesen). Letztere stehen unter >4 Erzbischöfcn und 66 Bischöfen; dieLutheraner haben ihre Consistorien und theologischen Facultäten, dieReformirtcn ihre Synoden und die Juden ein Centralconsisto-rium in Paris. Wissenschaften und Künste sind hoch geachtet undzu ihrer Förderung finden sich vorzügliche Anstalten, besonders in derHauptstadt. Ausgezeichnetes wird in naturhistorischen und ma-thematischen Wissenschaften, in der Geographie und Medizingeleistet; in Theologie, Philosophie, Philologie, Pädago-gik, Geschichtsforschung stehen die Franzosen tief unter Deut-schen und Engländern: 'ihre Bildhauer und Maler erreichen dieDeutschen wohl nicht, noch weniger ihre Musiker. Traurig ist derZustand der Volksbildung, da es in vielen Örtern an Volksschulenganz mangelt. Seit der Restauration der Bourbons ist der Unterrichtganz wieder von der katholischen Geistlichkeit, besonders von Jesuiten,abhängig geworden, deren Einfluß täglich wuchs (man zählte >827allein 2>,000 Nonnen in 2824 Klöstern); seit >830 hat dies aufge-hört, die Jesuiten sind vertrieben und der Aufklärung eine freiereBahn eröffnet. Alle Untcrrichtsanstalten, mit Ausnabmc der Kunst-,Ingenieurs-, Militair-, Navigations-, Vetcrinair-, Bergwcrksschulen,so wie einiger anderer Anstalten, sind einer obersten Behörde, derUniversität in Paris, untergeben, an deren Spitze ein Großmei-ster steht. Universitäten Deutscher Art giebt es nicht, sondern nurAkademien (Facultäten) für besondere Wissenschaften. >) Theo-logische Facultäten. u) Katholische: Paris, Lyon, Aix, Bor-deaux, Rouen, Toulouse, d) Protestantische: Strasburg (Luthe-risch), Montauban (reformirt). 2) Juristische Facultäten: Pa-ris, Aix, Caen, Dijon, Grenoble, Poitiers, Rennes, Strasburg, Tou-louse. 3) Medizinische Facultäten: Paris, Montpellier, Stras-