Polen.
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Wyri, Nerza u. a. Die Produkte sind wie in Mittclrußland:G er reibe und Holz in Überfluß, obgleich letzteres in einigen Ge-genden mangelt, Hanf, Flachs, Taback, wenig Obst; dieBichzucht ist schlecht, indeß sehr wichtig, Schweine werden inbesonderer Menge gehalten, Bienenzucht wird nicht getrieben,aber man erhalt viel Honig der köstlichsten Art und Wachs vonWaldbienen; daher" starke Mcthbcreitung. Wild in Menge,viele Bären, besonders aber Wölfe, selten Luchse. Das Mi-neralreich liefert in den höheren südlichen Gegenden Eisen, Gal-mci, etwas Kupfer, Blei und Silber, Salz, Steinkoh-lcn, Mü hlsteine, Marmor und verschiedene Kalk- und T h o n-a r ten. Die E—4,100,000 sind größtenteils Polen , dazu 200,000Litthauer, 100/00 Russen, 300,000 Deutsche, auch Ta-taren; unter ihnen über 3Mill. Katholiken (mit 165 Klöstern)und 300,000 Protestanten, über 100,000 Griechen, selbstMuhaincdaner. Sehr zahlreich (400,000) sind die Juden.Alle haben freie Religionsübung. Für die Cultur ist bislang nochwenig gethan; nur die höheren Stande nehmen an der allgemeinenEuropäischen Bildung Theil; das Volk ist in tiefer Unwissenheit;jedoch wird jetzt für den Volksuntcrricht gesorgt. Fabriken gab esbisher fast nur in den größeren Städten, am häufigsten sind in SW.Eisenfabriken; indeß heben sich Industrie (Wollweberei) undHandel immer mehr, da für gute Landstraßen, Schiffbarkeit derFlüsse und Kanäle Sorge getragen wird. Polen, bis 1620 einStaat von 18,000 Q M.*), war sonst ein Wahlrcich und hatteseit IX. Jahrh. Könige eigenen Stammes. Seit 1386 regierten dieJagcllonen, Großfürsten von Litthauen; nach derenAussterbcn 1572 aber gerietst das Land der Königswahlcn wegenfast in unaufhörliche Bürgerkriege, die Alles zerrütteten. Unter denRegenten dieser Zeit zeichnet sich besonders der tapfere JohannSobiesky (ch 1696 1 aus. Nach seinem Tode kam mit August II.das kurfürftl. Sächsische Haus zur Regierung; aber es gabimmer Gcgcnparthcien, und die Kriege mit Schweden und Rußland
*) Das alte Königreich Polen enthielt bis zum Frieden von Qliva (1660)folgende Provinzen:
I. Klein- oder Obcrpolen-
1) Das Palatinat Krakau mit den Herzogthümern Sandomir und Lu-bliu. — 2) Podlachien. — 3) Rothrußland mit Belz und Cbelm. —4) Wölkn,nicn. — 5) Podolien. — 6) Die Ukraine. — 7) Scvcrien.
H. Groß- oder Niederpolen.
I) Die Palatinate Posen, Kalisch, Gnesen, Sieradie und Lonczyca. —2) Kujawien. — 3) Masowien.— 4) Polnisch Preußen (Pommern, KulmMerienburg).
III. Litthauen (Smolcnsk, Samogitien (Schamotten), Minsk,Wilna, Witebsk, Polock rc.)
Vasallenstaaten waren: das Hcrzogthum Preußen, die Distrikte Blttowund Lauenburg, das Herzogthum Kurland, die Moldau und Wlachci.
Vclger's Handb. d. Geograph. 3te Aufl. 3