Band 
Zweiter Theil.
Seite
38
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38 Galizien.

Die Stadt Mrakau liegt mit ihrem ganzen Gebiete, welches auseiner fruchtbaren hügclreichcn Ebene besteht, am linken Ufer der Weichsel,so daß eine ihrer ehemaligen Vorstädte am rechten Ufer schon zu Galiziengehört; 30,0»»L., unter denen 60»0 Juden, besonders in der VorstadtKasimicrz (im XVI. Jahrh. — 80,000 L.). Sie enthält in ihren vielenpallastartigcn Gebäuden noch die Zeichen einer bessern Zeit, ist aber imGanzen, wie alle Polnischen Städte, unregelmäßig und schmutzig. AltesSchloß auf hohem Felsen, sonst Casernc, jetzt milde Stiftung. Die herr-liche Metropvlitankirche, reich mit Marmor und Gold geschmückt, enthältdie Grabmäler des heil. Stanisiaus und vieler Polnischen Könige, so wiedie Gräber Kvsciuskv's ich 1817) und Poniatvwsky's (f-1813); der schönebischöfliche Pallast mit Darstellungen aus der Polnischen Geschichte in Ölund Fresco, das Rathhaus, am Hauptplatze der Pallast Sukicnnicc. Uni.versität, 1400 gestiftet; bvtan. Garten, Sternwarte und Bibliothek. EinigeFabriken, wichtiger Handel. Vor der Stadt auf einem künstlichen 120 F.hohen Erdhügcl auf dem 300 F. hohen Berge Bronislarva steht Koscius-ko's Denkmal.—sDrzessawiee, 6voE. Gesundbrunnen. Eisen- und Zink,Hütte. — Lhrzanow a. d. Cholka, 15V0 E. — Der ganze Freistaat enthält4 Städte und über ioo Dörfer.

Königreich Galizien.

Größe — 1550 Q.M. Lage von 47° 10' — 5g° 48' N. Br.Galizien (Halicz d. h. Salzland), dessen nerdlicherTheil ehemals Lo-domirien dieß, von Schlesien, Ungarn, Polen, Rußland und der Mol-dau eingeschlossen bildet den NO. Abhang deS Karpate »Hochlandesund die oberen Flußgebiete deS Dnjestr, Pruth und B ug, welche hierentspringen und mit ihren Nebenflüssen die größere O. Hälfte des Lan-des einnehmen. I» W. ist die obere Weichsel, nur Gränzfluß ge-gen Krakau und Polen; sie nimmt von hier den Sän, dieWislokaund die Dunajec (jez) mit dem Poprad auf; letzterer ist der ein-zige Karpatenflnß, der die Wasserscheide des Gebirges durchbricht, denner entspringt ziemlich tief in Ungarn und bildet eine Wasserstraße nachdiesem Lande. Ganz Galizien ist Hochebene und nur eine Hügel-kette trennt das Gebiet der Weichsel von dem des Dnjestr, derhier die Podhorce (Gränze gegen Podolien), den Sered, Stryund die Lomnica (ßa) aufnimmt, so wie von einigen kleinen Ne-benflüssen des Dnjepr und Bug, also die Gebiete der Dstsee unddes Schwarzen Meeres, Der höchste Rücken der Karpaten bildetin S. die Gränze dek Landes und ist mit Ausnahme des Popradge-biets zugleich Wasserscheide gegen das Donaugebiet; nur in der S.Ecke finden sich die Quellen des Pruth, Sereth, der Suczawan. a. Donauflüsse. Won dem Hochgebirge der waldreichen Karvatenin S. steigt das Land durch Berg- und Hügelgegenden zu völligerEbene herab. Der Boden ist in den Flächen meistentheilö sandig und