Band 
Zweiter Theil.
Seite
39
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Galizien.

3!)

„licht sehr fruchtbar; kleine See» und Sümpfe sind besonders auf derWasserscheide zwischen Dnjestr und Weichsel zahlreich. Die Buko-wina (d. h. Eichenwald) in SO., durch das Koliwa» Gebirgevo n Galizien getrennt, ist fast ganz GebirgSland. Das Klima ist derGwbirge und hohen Lage wegen rauher als in Deutschland und zumWeinbau nicht mehr paffend; nur ganz in S. sind Weinberge. Zweiauisgczeichnete Produkte bringt das Land hervor: Getreide und Salz,beiideS in Überfluß, ersteres an, meisten in der Bukowina, letzteres inBergwerken und Quelle», die sich 60 M. weit längs den Worbergendes ganzen Karpatengebirgs bis in die Moldau hinein erstrecken. Außerdiessen giebt es nichts von Wichtigkeit: der Obstbau bedeutet nicht viel,auch Hanf, Flachs. Taback wird nicht in Menge gebauet. Holzist in Überfluß, da ein großer Theil des Landes Wald ist; unter an-dern hat man den Zukkerahorn, aus welchem hier Zucker bereitetwird, und die Birke» benutzt man zurWerfertigung desBirkcnthcers.Di-e Karpaten sind hier nicht so reich au Metalle», als auf ihrer S.Seite, sie liefern indeß Knp fer. Eise», Blei nnd etwas Silber,letzteres in der Bukowina; Gold ist in der Bistricza. Beinerkens-werth sind die Flintenstcinbrüche; auch S te in kohle n, ziemlichviel Schwefel, ferner viel Erdöl und verschiedene Kalk-, Gips-«nd Thonarten, auch Bernstein finden sich. Die Hausthieresind nicht ausgezeichnet, man zieht jedoch ziemlich viele und, besondersin der Bukowina, gute Pferde und hält Gänse in großer Menge.Wild, vorzüglich Hasen, ist reichlich vorhanden, aber auch Barenund Wölfe (von letzteren werden jährlich über 1500 Stück erlegt)sogar Auerochsen, auch Biber. Noch verdient die PolnischeCo chenille bemerkt zu werden. Der Honiggewinn von zahme» nndwilden Bienen ist bedeutend. DieE. — 4,500.000 sind grvßtentheilSPolnischen nnd Russischen Stammes (Rvthrcußen, in derEbene in O. des Sän, Pokutier. in den Karpaten, beide auch Ru st-illsten oder Russen genannt), aber »eben diesen auch 60,000Deutsche, 150,000 Wlachen in der Bukowina, 300,000 Judeir,ferner Armenier, Griechen und Zigeuner; in der Bukowinaleben auch Wlachen und Moldauer (Moldowenen). Unter denChristen bekennen sich Will. zur Römisch kathol. Kirche, dieunter einem Erzbischof nnd Bischof steht. Unirte Griechen, welcheeinen Erzbischof und Bischof haben, giebt es über 2 Will., nichtunirte über 200.000 ; auch die unirten Armenenier haben einenErzbischof. Die Protestanten (20 000) haben 2 Superintendenten.Roch giebt es Mennoniten und in der Bukowina eine Secte derGriechischen Kirche, die P h i l i pp owa n e r, die ihre Leichen verbren-nen. Die Juden haben gegen 300 Synagogen. Wissenschaftlichennd Volksbildung stehen höher als im benachbarten Polen. Die In-dustrie ist nickt bedeutend; man hat jedoch ziemlich viele Tuchfabriken,Ledergerbcreie», Eisenwerke, Glashütten, Ölmühlen, Wachsbleichen,Pottasch- und Salpetersicdcreien u. a. Galizien gehörte als Fürsten-thum Halicz (halitsch), auch Roth Rußland genannt, jedoch nichtganz seinem jetzigen Umfange nach, seit Xll. Jahrh, zu Ungarn, seit