Kroatien.
63
Bildung findet sich nur in den Städten, wo auch Gymnasien find; derLandbewohner lebt wie in Slavonien in völliger Rohheit. Die meistenE. find Komische Katholiken, die andern Griechen, prorcstantcn ha-ben erst seit 1827 freie Rcligionsübung. Kroatien wurde schon imVII. Jahrh, von den Lhrobarcn aus Böhmen und Polen bevölkert undhatte verschiedene Häuptlinge (Supane), kam aber 1102 an Ungarn. Dermit Ungarn vereinigte Prvvinzialbczirk, das Lanat, zerfallt in folgendeTheile:
1) Das Agramer Lomitar, a. d. Sau. —Hauptst. des ganzen LandesAgram, 18,000 E. a. d. Sau. Sitz des Bans, d. h. Statthalters derBanal- und Distriktualtafcl von Slavonien und Kroatien und eines kathol.Bischofs. Akademie, Seminar, Gymnasium. Lebhafter Handel mit Ge-treide, Taback, Pottasche, Weinstein und Honig-
2) waraediner Lomitar, a. d. Drau. — Hauptst. Ivarasdin an derDrau, 7800 E. Fort. Gymnasium. Warme Bader bei Töpliiz. —Lrapin«; warmes Bad. — Szambor a. d. Sau-
3) Krenizer Lomirar, an der Drau und Lonya. Hauptst. Krcniz,2700 E. Sitz eines Griechischen Bischofs. — Kaproncza (tza) unweitder Drau, 3ioo E-
4) Das Küstenland oder Litoralc. — Fiume am Busen von Quar-ncro und am Flusse Fiumara, dessen Mündung den Hafen bildet, 7600E.Freihafen mit lebhaftem Verkehr. Gymnasium. Sitz des Gubcrniums.Zucker-, Tabacks-, Pottafch-, Rosoglio u. a. Fabriken. — Porto Re,lioo E. Freihafen. Thunfisch-, Sardellen- und Makrclenfang. — Buc-cari, 1800 E. Hafen, Schiffswcrftc, Thunfifchfang.
v. Die Militairgranze.
Man versteht darunter einen Strich Landes, der sich zwischen demTürkischen und Österreichischen Staate vorn Adriatischcn Meere bis zurMeldau hinzieht und die südlichen Gegenden von Kroatien, Slavonien,Unzarn und zum Theil von Siebenbürgen begreift — 860 Q- M. mit1.050,000 E- Bcmcrkcnswcrth ist die Verfassung. Die E. sind Slaven(bei Zcngh die Uekoken d. h. Überläufer, die im XVI. Jahrh, aus Ser-bien entflohen), Magyaren, wlachc», auch Deiltsche, alle zum Kriegs-dienste verpflichtet, erhalten aber, so lange sie nicht marschiren, keinen Sold,sondern besitzen statt dessen Landcrcien, auf denen sie mit Weib und KindIcbm. Im Frieden sind etwa 40 — 50,000 im Dienste, um die Gränzegegen die oft versuchten Einfälle der räuberischen Einwohner der benach-barten Türkischen Provinzen zu sichern; 4380 Mann halten sich stets inden kleinen Wachthäusern auf, welche längs der ganzen Gränze stehen.Ei: sind in Regimenter getheilt und stehen allein unter Militairbchördcn,sini auch von allen bürgerlichen Abgaben frei.
I. Die Kroatische Gränze — 465Q-M. 440,000 E. in 8 Rcgimcn-tcri, die unter dem warasdiner und Karlstädrer Generalare stehen.