Band 
Zweiter Theil.
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Einleitung.

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wuchtiger Provinzen und Ermordung zweier Sultane (Selim III. 1807,Mustafa IV. 1808) sich furchtbar geäußert hat, so daß der ganzeSttaat, der längst seine alte Furchtbarkeit verloren hat und dem nur»o>ch die eifersüchtige Politik der Europäischen Staaten, so wie diekräftige Regierung des jetzigen Sultans das Dasein fristet, seinemvöAigen Untergänge unaufhaltsam entgegen zu gehen scheint. TrennungGriechenlands von, Staate nach neunjährigem Kampfe 1829. DieTürkische Verfassung ist durchaus Orientalisch, höchster Despotis-mus; der Sultan, jetzt Mahmud II. (geboren 1785, regiert seit1808) ist unumschränkter Herr, sein Wille Gesetz, höchstens durchRücksichten auf den Koran, die Gutachten des D iva n's (Staatsraths),in welchem der Mufti als oberster Ausdeuter des Korans und ersterJurist und Theolog des Reichs eine gewichtige Stimme hat, und aufdie Stimmung und das Vorurtheil des Volks beschränkt. Als Khalif(Nachfolger Muhameds) hat der Sultan selbst noch in den Provinzen,die längst seiner weltlichen Macht nicht mehr achten, dennoch Ansetznund selbst die widerspänstigsten Empörer suchen deshalb noch immerder religiösen Volksansichten wegen den Schein der Unterwürfigkeit zubewahren. Die Staatsverwaltung ist ganz in den Händen des Groß-wessirs, jedoch hangt dessen Macht ganz und gar von der größerenoder geringeren eigenen Thätigkeit und Regierungssähigkeit des Sultansab; die Unterhandlungen mit fremden Mächten leitet der Reis Ef-feudi, die innern Angelegenheiten derKiaja Weg und Tschau schWaschi; der Defterdar ist Finanzminister und der KapudanPascha Großadmiral. Alle diese haben Sitz und Stimme im Staatsrathe (Divan). DerKaimakan ist der Stellvertreter des Großwessirsder Dragoman Dolmetscher. Der ganze Staat ist in Lehne ge-theilt, deren Besitzer (Timarioten und Zaimiten) im Fall einesKrieges Sp ahiS (Reuter) und Subaschis (Fußgänger) stellen, dieaber nur im Sommer dienen und deren Anführer der Pascha der Pro-vinz ist. Außerdem existirte sonst noch ein stehendes Heer, die Janit-scharen oder Jenjitscheris, durch ihre Empörung nicht selten denSultanen gefährlich; daher hat der jetzige BeherrscherMahmud II. daskühne Wagestück unternommen (1826), dies Corps ganz aufzuhebenund glücklich versucht, an ihrer Stelle ein stehendes Europäisch gebil-detes Heer zu errichten; so wie überhaupt Mahmud durch seine Ener-gie, mit welcher er allen Vorurtheilen seines Volkes zum Trotze, alteMißbräuche abschafft und Europäische Einrichtungen besonders imKriegs-wesen einzuführen sucht, unter allen Sultanen sich auszeichnet. Überdie Siärke der Kriegsmacht läßt sich gar nichts bestimmen, da sie ganzvon Umständen abhängt. Die Provinzen des Landes sind, außer denbeiden zugleich unter Rußlands Einflüsse stehenden FürstenthümernMoldau und Wlachei, und dem Fürstenthnm Serbien, welches ein blo-ßer Vasallenstaat geworden ist, drei Ejalets: Rumili, Bosnienund das Gebiet des Kapudan Pascha. Die Statthalter der erstenbeiden heißen Beglerbeg, welche etwa 30 Paschas und Sand-schaks unter sich haben. Die Eintheilung sowohl als die Titel sindaber bei der herrschenden Zerrüttung der ganzen Staatsmaschine so ver-