Band 
Zweiter Theil.
Seite
93
JPEG-Download
 

Einleitung. 93

knra;e, die einen Theil deS Jahrs mit Schnee bedeckt sind. Nicht al-leilvalben ist die Luft gesund. Die Prcdncte sind die gewöhnlichensüd>europäische», besonders Öl, Baumwolle und Korinthen; dieSeide ist schlecht; man saininelt auch K erm es und Gummi Tra-gant; ausgezeichnet sind die Maulesel. Ackerbau und Viehzuchtist das Hauptgeschäft der E.; von Fabrikflciß sind wenig Spuren, leb-haft ist aber der Handel der Seestädte. Die Bewohner der SO. Ge-birge, die Mainottcn und Kakovn lio teil sind durch Rohheit,letztere als barbarische Seeräuber berüchtigt. — 3) Die Insel Egri-bos oder Regroponte. — 4 ) Die kleineren Inseln, die Spora-den und Khkladen, gehöre» zu den schönste» Theilen des Sandes.Sir sind alle gebirgig, keine über 5 Q. M. groß, einige vulkanisch undden Erdbeben, die auch Morea heimsuchen, oft ausgesetzt, manche sehrHolzarm, meistenthcils fruchtbar mit sehr milder gesunder Luft, starkbewohnt, gut angebauet und reich a» Südfrüchten, Wein, Öl undWorum wolle, mit starker Bienen-, Schaf- und Ziegenzllcht.Einige sind ausgezeichnet durch Handel und Schifffahrt, manche habenselbst einige Industrie. — Die Zahl aller E. Griechenlands beträgtwahrscheinlich nicht eine Million. Sie sind größtentheils Griechen,denn die früher hier wohnende» Türken sind wohl in den meistenProvinzen ausgewandert; aber auch Albanesen sind zahlreich aufdem festen Lande und nicht wenig Franzosen, Deutsche n. a.Europäer dienen im Heere oder sind Beamte und Lehrer. Die Grie-chen und Libanesen bekennen sich alle zur Griechischen Kirche underkennen den Patriarchen in Konstantinopel als Oberhaupt. Jedeandere Christliche Partei hat freie Religionsübung. Das jetzige Grie-chenland seufzte seit dem XV. Jahrh, unter dem Joche der Türken;nur die Inselbewohner genossen einer sonst im Türkischen Reiche un-bekannten gesetzmäßigen Freiheit, da auf manche» Inseln kaum einMuhamedaner wohnte. Morea stand von 1687 bis 1718 unter Herr-schaft der Vcneti'ancr. Nach vergeblichein Versuche ihre Freiheit zuerringen (1771) empörten sich die Griechen 1821 auf Morea, erober-ten, nachdem sie sich eine republikanische Verfassung gegeben hatten,einen Theil von Livadien und behaupteten sich besonders durch dieSeemacht der Inselbewohner gegen ihre alten Herren, geriethen aberzum Theil unter sich in blutigen Hader, bis endlich 1829 durch Ver-mittelung Englands, Rußlands und Frankreichs ihre Unabhängigkeitanerkennt und 1830 die hier angcncmmcne Gränze (der Aspropv-tamo, die Seen Angclo Castro, Wrachori und Sawrowizza, die BergeAtoliia, Axos und Öta, der Busen von Zeit»») festgesetzt wurde.Durst den Grafen August Capo d'Jstria, der seit 1828 alsPräsident an der Spitze der Regierung stand, wurde allmä-lig Ordnung in die Staatsverwaltung eingeführt, ein Heer ge-bildet (theils regelmäßige Truppen mcistentheils unter Französischenund Deutschen Ofsicieren, Taktikos, theils unregelmäßige Scbaarcn,Palikare», unter eigenen Kapitanis; vergl. S. 76) für Schulenund andere Anstalten gesorgt und bei dem tiefen Werfall der Bildungund Sitten eine bessere Zukunft vorbereitet. Durch einen Beschluß