Cap Breton. Neufundland. 325
Hafenstadt an der Fundy Bai; Haringsfang.— Windstau, 700E. Aka-Lcmäe.
In NO- liegt die Insel Lap Breton, seit 1763 Englische Besitzung(sie hieß, so lange die Franzosen sie besetzt hielten, 1713 bis 1758, Ieleroycrle) — 112 Q-M., durch die Canso Straße vonNcuschoitland getrennt.Der Busen Bras d'or trennt sie in zwei Halbinseln, deren westlichste sehrgebirgig ist, felsige Küsten und keine Hafen besitzt; in O- ist der Bodendem Anbau günstiger. Auch hier ist viel Wald und eine Menge kleinerGewässer; die Miraybai. DieLuft ist auffallend rauh. Die E. — 22,vonsind Franzosen, Irlander und Schotten. Wichtige Ctcinkohlengrubenund Stvckfischfang. Dic Hauptvrtcr sind Sidney (sidni) und Louiebourg,dieser mit vorzüglichem Hafen und gesprengten Festungswerken. — PortDauphin in W. — Zahlreiche kleine meistentheils unbewohnte Inseln bc-decken die Küsten dieser und der vorher genannten Provinzen.
4) Neufundland, Ne w so u n d lau d (niufaundland) oderTerre neuve, eine 2090, nach Ändern 1650Q.M. große Insel,zwischen 46x und 51° 38'R., durch die 3M breite Straße Belle-iö le von der SO. Spitze von Labrador getrennt und in W. denLoren; Busen schließend. In S. ist zwischen der Trinity- und Pla-centia Bai die Halbinsel Avalen, die nur durch eine IM. breiteErdenge mit der Insel verbunden ist. Die Caps Bonavista,Rouge, Race (rehs). St. John, Norman u. a, ES ist einvon tiefen Busen zerschnittenes Land, rauh und unwirthbar, voll Wal-dung, Seen, Morästen und Felsen, nur an den Küsten angebauet, fastimmer in Nebel gehüllt, reich an Pelzwild, viel wichtiger aber durchden Reichthum an Seehunden und Fischen, besonders Kabbel-jauen (Stockfischen), die sich auf den nahen Sandbänken desMeeres, deren Dasein Einige den Anschwemmungen des Golfstroms,Andere eigenen Seegebirgen zuschreiben, in unzähliger Menge aufhal-te», so daß jährlich von mehr als 1000 Englischen, Französischen undNordamerikanischen Schiffen, die allein das Recht der Fischerei haben,für einige Millionen Rthlr. gefangen werden. Besonders merkwürdigist die in S. liegende Große Sandbank, zwischen 41 bis 50° Br,über 130M. lang und 15 M. breit.*) Hier ist die Hauptstation derStockfischfänger; wahrscheinlich lockt die mildere Temperatur des nichtso tiefe» Meeres die Fische herbei. Getreide (Hafer) reift kaum,aber Kartoffeln, Kohl und andere Gartenfrüchte kommen noch fort.Hopfen, Johannis-, Stachel-, Erdbeeren u. dergl. gedeihen sehr gut.Steinkohlen werden in Menge gewonnen, von Metallen finden sichSpuren. Unter den hiesigen Thieren ist eine Gattung Hunde durchlanges wolliges Haar und Schwimmhaut zwischen den Zehen, noch
*) Gleich neben der Großen Bank in O. liegt die Jaqucrbank (44—46°N.),und noch östlicher die Äußere oder Falsche Dank (46—48° N.), west-licher die Grüne und die wallfischbank, die Lleine Dank (Ban-quereau) u- a.