Vereinigte Staaten. Einleitung.
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dcS Staats der schnelle Wechsel der Temperatur oft an einem Tage,so wie überhaupt der schnelle Übergang vom Sommer zum Winter;jedoch ist die Witterung im Innern beständiger als an der Ostküste.Wärme und Kälte erreichen in N. bis 35° herab einen hohen Grad;besonders haben die 7 nördlichen Provinzen der Ostküste einen langen,heftigen und schneereichen Winter. Südlich von Potowmack giebt esim ebenen Lande wenig Schnee. Mit dem 35° N. beginnt das Süd-klima, welches, je weiter nach S., desto mehr dem von Süditalienund Andalusien gleich ist und Orangen, Reis, Indigo und Baum-wolle gedeihen läßt. Der Pfirschbaum blühet unter 32° im Anfangedes März, unter 44° fast in der Mitte des Mai (also wie in Nord-deutschland unter 53 und 54° N.). Im Innern ist das Land mitAusnahme der Sumpfgegenden allethalben gesund, aber an der Ost-und Südküste, besonders in Sumpfgegenden, erzeugt die Wärme undFeuchtigkeit der Luft das schreckliche gelbe Fieber, welches fastjährlich in dieser oder jener Gegend wüthet. Die Atmosphäre istfeuchter und elektrischer als in Europa, daher die furchtbare» Regen-güsse und Gewitter, die man hier, besonders in den Waldgebirgen,bemerkt. Heftige Stürme im Frühling und Herbst an der nördlichenOstküste. Erdbeben sind in den W. Gegenden nicht unbekannt;von Vulkanen finden sich nur in den Gebirgen der WestküsteSpuren.
Der Productenreichthum dieses Riescnstaates ist schon jetzt sehrgroß, obgleich der größere Theil desselben gar noch nicht einmal Euro-päischer Cultur unterworfen, ja noch gar nicht genau untersucht ist;namentlich sind die Schätze des Mineralreichs nur sehr wenig bekannt. Haupt-producte zur Ausfuhr sind: Getreide, Holz, Pottasche, Theer,Terpentin, Taback, Reis, Färbe- und Tischlerholz, Baum-wolle, Pelzwerk, Häute, Fische, Rindvieh, Thran, Fisch-bein, Fleisch. Getreidebau ist bis jetzt Hauptnahrungsquelle, jedochist auch der Tabacks- und in den südlicheren Provinzen Reis- undBaumwollbau von höchster Wichtigkeit; Zucker steht beiden nochnach. Mais gedeihet vorzüglich in S. und W., Weizen ist allge-mein, schlägt jedoch in NO. bisweilen fehl, Taback wird in S. bis40° gebanet, Baumwolle und Reis in S. bis 36°, Zucker-rohr bis 31l°, Abornzucker ist besonders in den mittleren undW. Staaten; Indigo bau soll aufgegeben seyn (?). Außer diesenfindet man mancherlei Arzneipflanzen, Ginseng, Sassafras,Ipecacuanha u. a. Obst, Südfrüchte, Wein (der hier wildwachsende hat saure Trauben, bessere Arten aber sind aus der altenWelt hierher verpflanzt), viel Hanf und Flachs, Krapp, Kar-toffeln in großer Menge; man hat selbst die Thee staube hierhergebracht und sie scheint zu gedeihen. Mannigfaltig ist die Menge derwilden Begetabilien; ungeheure Waldungen von Nadelhölzern,unter denen auch die Sprossen taun e, zum Bierbrauen so nützlich,von Eichen, Buchen, Balsampappeln, Eschen, Ahorn,Nußbäumen, Birken, Akazien, Maulbeerfeigenbäumen,Zedern u. a. bedecken das Land; in ihnen findet sich auch die Herr-