Band 
Zweiter Theil.
Seite
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Kolumbien.

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mir 630 F. hohen Fclscnwalle wird, nach Guatemala hinüber, um sichdort schnell und mächtig wieder zu erheben. Ein östlicher Zweig dessel-ben trennt den Fluß Cauca vom Atrato, durch welchen letzter»und den Fluß Sau Juan schon seit langer Zeit die Verbindungbeider Ozeane durch einen kleinen Kanal zu Stande gebracht ist.Außer den AndcS erheben sich noch andere Gebirge in S. des Oreneco,die Sierra Usupama, Paraina u. a., welche das untere Gebietdes Maranhon und Orenoco trennen. Steil ist die Westseite der An-dcs, aber ihre östlichen Abhänge bilden Stufenländer mit Wald bedeckt,die sogenannten Paramos, Ebenen von zahllosen Flüssen und Bächendurchzogen, mit fruchtbarem Boden, aber feuchter Luft, sehr ungesund,fast ganz noch im ursprünglichen Zustande, von Indianer», noch mehraber von wilden Thieren bewohnt. Diese Bergstnfen gehen endlich invölliges Tiefland über, in gränzenlose Ebenen, die sogenannten LlanoS,über 160,000 Q.M. groß, mit so geringer Erhebung, daß man mei-lenweit kein fußhohes Hügelchen sieht, und mit so unbemerkbarer Ab-dachung, daß der geringste Wind oder daS Anschwellen des Orenocoalle Gewässer zum Ruckwärtsfließcn zwingt. Während der Regenzeit,im Sommer, sind sie mit lachendem Grün bekleidet und es regt sichauf ihnen tausendfaches Leben, aber in der trocknen Jahrszcit sind siezum Theil wahre Wüsten, wo kein Würmchen lebt, wo Alles der Son-neuglut unterliegt, die Palme entlaubt wie ein dürrer Mastbaum ausdem Sandmecre hervorragt und selbst Schlangen und Krokodille gleich-sam verdorrt im dürren Schlamme daliegen, bis der fallende Regen siewieder ins Leben ruft. Durch den in großer Menge hcrabströmendenRegen werden die Gewässer so angeschwellt, daß sie meilenweit Allesüberschwemmen und namentlich au den Mündungen des Orenoco dieIndianer zwingen, auf Bäumen zu leben. DaS Klima ist in denEbenen und Tiefthälern sehr heiß (40° R. sind nicht unerhört) undbesonders zur Regenzeit und an der Küste, wo feuchter Boden ist,äußerst ungesund. Wellenartige Schaaren stechender Fliegen- undMückenarten (Moskitos) quälen, am meisten zur Regenzeit, die inunseren Sommermonaten eintritt und in manchen Gegenden 8 undmehre Monate dauert, Menschen und Thiere aufs furchtbarste. An-genehmer ist der Aufenthalt in den höheren Gegenden, da hier dieLuft kühler und die Plage der Moskitos nicht so groß ist. Ein fürch-terliches Übel deß Hochlandes sind Erdbeben, die vielleicht nirgendschrecklichere Verheerungen angerichtet haben, als hier; die grauenvollenSzenen des Jahrs 1812,'bei denen ein Raum von mehr als 150 M.Länge in Bewegung war, ganze Städte in Trümmer sielen und vieletausend Menschen umkamen, sind noch im frischen Andenken und erneuer-ten sich zum Theil in den Jahren 1826 und 1827- Furchtbare Ge-witter und Stürme vermehren gewöhnlich bei dieser Naturerscheinungden Aufruhr der Elemente. Die Andcs lassen nur kleine Küstenflüssezum Stillen Ozean fließen; die bedeutendsten sind der Sän Irr anund ter EsmeraldäS; größer sind schon diejenigen, welche zwischenden Hauptarmen gegen N. fließen: der Magdalcncn Fluß —150 M. mit dem Cauca und Atrato, welcher letztere in den Meer-