Band 
Zweiter Theil.
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Südamerika.

bnsen von Darren fließt. Fast alle übrigen Gewässer des Landesnimmt der Orenoco anf, der auf dem bis vielleicht 800t) F. hohenHochlande, welches sich unter 5° N. mitten in der großen Ebene dckTieflandes erhebt, entspringt und nach einem zuerst nach O., dannnach S., W. und N., zuletzt gegen NO. gerichteten Laufe vor seinerMündung ein großes, inselrcicheS Delta bildet, welches, wie seine Um-gebungen im Tieflande, zur Regenzeit einen See bildet. Seine bedeu-tendsten Nebenflüsse sind der Apure, M eta, G n aviari in W,, derCaroni, Caura und Ventuari in S. und O. Höchst merkwür-dig ist die natürliche Wasserverbindung des Cassiquiari (kiarii, aufdem man aus dein Oreno o in den Rcgro, den Nebenfluß des Maran-hon gelangt; ja nach neueren Untersuchungen finden in diesem Flachlande,daS fast keine Abdachung hat, noch mehre Verbindungen verschiedenerFlußgebiete Statt; so z. B. theilt sich der Gnaviari (U au pari),welcher auf dem Hochlande südlich von Bogota (4° N.) entspringt,unter 54° O. und sendet einen Arm den UaupeS oder Ucayarizum Negro; beide sollen in mehrfacher Verbindung mit dem Unpura(Japura) stehen. Wie unbedeutend der Fall der Gewässer dieserEbenen ist, beweiset der Orenoco, der an der Mündung des Meta nichteinmal 60 F. über dem Meeresspiegel ist. Für den künftigen Verkehrbieten sich in diesen von zahllosen Gewässern durchzogenen Flächen diegünstigsten Gelegenheiten zu den einfachsten Kanalverbindungcn dar,und welch ein unermeßliches Handelsgcbiet sind dann allein die Ge-biete des Orenoco und Maranhon. Der südwestliche Theil des Landesgehört znm Gebiete des Maranhon, der in S. zum Theil Gränzflußist und von hier den Negro, Aupura, Jca (issa), Napo, Pa-staza n. a. Zuflüsse empfängt. Alle diese von W. her fließenden Ge-wässer entströmen dem Hochlande der Cordilleras. Der 30 M. langeSee Maracaibo, der mit dem Meerbusen von Maracaibo in Ver-bindung steht und starke Ebbe und Fluth hat; seine Ufer sind höchstungesund.

Reich ist hier, wie in Mexico, die Natur an den herrlichsten Pro-dukten, die denen jenes Landes ziemlich gleich sind. Baumwolle,Taback, Zucker, Kaffee, Kakao, Vanille, Indigo, China-rinde und andere wichtige Arznei-, Gummi- und Balsa in-st flau z en, diese liefern die vorzüglichsten Handelsgcgenstände;Hanptaus-fuhrartikel ist Kakao. Ungeheure Wälder bedecken Gebirg und Ebe-nen und liefern das herrlichste Ban-, Tischler- und Färbeholz.Merkwürdig ist der Manzauillobanm, an der W. Küste, der sogiftig ist, daß der Tod erfolgt, wenn man unter ihm schläft. DerWachsbaum ist sehr wichtig. Südfrüchte, Ananas, Pisang,Palmen der verschiedensten Art, der Wein stock, Mais, Reis,Getreide, die Arakatscha, Maniok n. a. Nahrnngspflanzen ge-deihen in den verschiedenen Regionen ganz vorzüglich. Getreidebaubeginnt erst auf einer Höhe von 3000 F., wo schon die Palmen,Zuckerrohr- und Indigopflanzen aufhören. Über 41,000 F. ist keinAckerbau möglich. Zu bemerken ist noch die Cocapflanze in denAndes, deren getrocknete Blätter von den Indianern, wie der Betel-