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Südamerika.
19° 50' bis 26° 45' — 7000 Q. M. und begreift das untere Gebietdes Vermejo (cho), Pilcomayo und das mittlere Gebiet des Pa-raguay, der in der N. Halste gegen Brasilien, wo er entspringt, dieGränze macht, und beide erstgenannte Flusse aufnimmt. Die SO.Gränze wird durch den Lauf des Brasilischen Parann gebildet, derebenfalls sich mit jenem Hauptstrome, einem majestätischen Flusse, derdurch undurchdringliche Waldungen sich hindurchwindet und verschiedeneWasserfalle bildet, vereinigt. Der Boden ist in W. theils östlicherAbhang des großen S. Amerikanischen Gebirgs, theils völlige Ebene;in SO. zwischen dem Paraguay und Parana sind wieder Gebirge. Inden Ebenen finden wir hier schon die großen Heerden halb- und ganzwilder Rinder und Pferde, den Hauptreichthum dieses und derweiter gegen S. liegenden Länder. Metalle giebt cS eben nicht,aber der Pflanzen- und Thierreichthum ist hier noch so groß, als in denvorher genannten Staaten, besonders ist der sogenannte ParaguayThee, der zu einem allgemein verbreiteten Getränke gebraucht wird,als wichtiger Handelsgegenstand zu merken; auch der Drachenblut-baum wächst in Menge hier. so wie wilder Zimmt, Brasilien -holz, Baumwolle und Zuckerrohr. Der Handel auf den dreigroßen Flüssen, besonders dem Wermejo und Pilcomayo, den Werbin-dungsstraßen zwischen den O. Küstenländern und dem Innern, warehemals äußerst lebhaft, ist jetzt aber durch die politischen Verhältnisseder Staaten sehr gestört. An Anban fehlt es hier noch mehr als inden Küstenstaaten und namentlich in N., wo nicht einmal Missionensind. Auffallend aber ist die hier besonders bemerkbare Thätigkeit derehemaligen Jesuiten, die eine bedeutende Zahl höchst blühender Mis-sionen stifteten und sich wie überall, so auch hier durch kluge Behand-lung der Indianer Vortheilhaft auszeichneten; seit der Aufhebung ihresOrdens sind viele Jndianerdörfer theils ganz eingegangen, theils ganzin Verfall gerathen. Die Zahl der E. beträgt wahrscheinlich nicht vielüber s Will. außer den wilden Indianern. Bei dem allgemeinenAufstande S. Amerikas wählten die E. Paraguays einen Rechtsgclehr-tcn I>i'. Kaspar Fraucia (einen Jesuiten Zögling?) zu ihrem Re-genten und trennten sich gänzlich von Buenos Ayrcs, zu welchem Wice-königrcich diese Provinz ehemals gehörte. Francia regiert noch jetztunter dem Titel Dictator, völlig unumschränkt mit fast despotischerStrenge. Ein Staatsrath aus Volksrepräsentanten steht ihm jedochzur Seite, Sein Hauptbestreben ging bisher dahin, seinen Staat, wogroße Ruhe und Ordnung herrscht, dessen Finanzen sehr blühend sindund der ein Heer von 8000 regelmäßigen Soldaten und 30,000 MannMiliz besitzt, von allen übrigen Staaten zu trennen. Jahre langwurden Europäische Reisende von ihm als Gefangene gehalten; daherauch so unvollkommene Nachrichten über dieses merkwürdige Land, demwahrscheinlich eine von Innen ausgehende Reorganisation bevorsteht.Die 8 Departements sind nach den meist unbedeutenden Hauptstädten:Assuncion, Conception, Sän Jago, Villaricca, Curn-guatay, Candelaria, Sau Fernando fund Santa Her-me ngil da benannt.