Band 
Zweiter Theil.
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Chile.

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Die Hauptstadt des ganzen Staates, Assu,reisn am Paraguay, hatnur 8V00E.— Villa rieea de la Loneepeisn, 16,V00E-— Itnpua, Fe-stung am Parana.— Landelaria am Parana.

Chile (tschile.)

ES begreift das 260 M. lange, 20 bis 4t) M. breite Küstenlandam Stille» Meere zwischen 24° 10' und 42° S. Br. und außerdemzwei südlichere Inselgruppen—6600 Q. M. Der Boden ist ganz demnördlicheren Küstenlande gleich: ein flacher, gleichförmiger Küstenstrich,zum Theil und besonders in N. sehr dürre, oft völlige Wüste, aberda, wo Flüsse Feuchtigkeit verbreiten, höchst fruchtbar; dann folgen ge-gen O. niedrige Bergketten, größtcntheils schön bewaldet mit frucht-baren Thälern und Steppenebenen; hinter diesen erhebt sich als Gräuz-wall gegen die La Plata Staaten und Patagonien das Hauptgebirgeder Arides, mit 18 bis 19,000F. hohen Gipfeln und 16 meistentheilsnoch thätigen Vulkanen. Höchst schwierig ist der Übergang über diesesGebirge; denn außer einer einigermaßen gangbaren Straße giebt esin demselben nur gefährliche Pässe, welche neben unermeßlichen Abgrün-den und über steile Bergwände hinlaufen und höchstens für Maulthieregeeignet sind. Daher bildet Chile ein in sich durch natürliche Gränzengeschlossenes Land. Küstenflusse zählt man 42, die eben so viele be-sondere Thäler bilden, alle wenige M. lang und «»schiffbar, derHuasco, Maypo, Maule (ma—ule), Biobio n. a. Zu bemer-ken ist noch der See Aculeo. Das Klima ist in der nördlichenHälfte nicht mehr tropisch, aber doch sehr milde und gesund; Regenfällt in den Sommermonaten gar nicht, Gewitter sind selten, Stürmefast unbekannt, die Hitze durch die nahen Schneeberge sehr gemildert;aber in den S. Gegenden ist die Witterung schon Europäisch unbestän-diger; dort sind Stürme und heftige Gewitter nicht selten. Erdbebensind häufig und haben schon oft und noch 1822 und 1824 große Ver-wüstungen angerichtet, aber nur im W. der Arides zeigen sie sich;im O. des Gebirgs sind sie unbekannt. Bei dem Erdbeben imJahre 1822 hat sich die Küste bei Valparaiso auf einer Streckevon 15 M. 3 bis 4 F. hoch gehoben. Europäische Getreide- undObstarten, auch Südfrüchte, Wein. Hanf, Flachs und Ta-back gedeihen ganz vorzüglich; für die Tropcngewächse, Kaffee, Zuk-kerrohr u. dergl. ist das Klima nicht mehr passend; in S. kommenauch Europäische Südfrüchte nicht mehr fort. Die hier einheimischeund viel benutzte Kartoffel findet sich in 7 bis 8 Arten von vor-züglicher Güte. Die Berge haben herrliche Waldungen von Laub- undNadelhölzern, die nicht allein vorzügliches Bauholz, sondern auch Fär-bcstoffe, Gummi und Harze liefern; besonders zeichnen sich die Bäumedurch ungeheure Stämme aus, so daß z. B. der Olbaum eine Dickevon 3 F. erreicht. Die Europäischen Hausthiere sind hier in zahlrei-chen Heerdcn, zum Theil verwildert zn Tausenden, besonders schöne